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Wilhelm Wundts "Elemente der Völkerpsychologie" und die moderne Ethnologie
Entstehung
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Mitteilungen.

die Eigenschaften der Gegenstände veranschaulichen. In ganz analogerWeise vollzieht sich der Aufbau einer Ursprache: Es gibt keine grammatika-lischen Kategorien( Substantiv, Adjektiv, Verbum, u. dgl.). Je nach Zu-sammenhang und Stellung im Satz kann ein Wort eine von diesen Kate-gorien bedeuten; es kommt dabei auf die Stellung im Satze an. Abstractagibt es in der Gebärden- und Ursprache nicht. Sie werden in symbolischerWeise mittels der Concreta ersetzt. In den primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Sprachen sind be-greiflicherweise sehr viele Ausdrücke onomatopoetisch. Die Sprache sollnach WUNDT hauptsächlich im Affekt entstanden sein, indem der Menschnur zuerst in diesem Zustande das Bedürfnis hatte, sich zu äufsern. Ebensowie die Triebhandlung der bewufsten Handlung vorausgeht, so soll dieAffektsprache der die bewufste Handlung ausdrückenden Sprache voran-gegangen sein. SCHURTZ¹ nimmt mit seinen Gewährsmännern an, dafs dieSprache der Hauptsache nach aus rhythmischen, die Arbeit begleitendenLauten entstanden sei. Die Rhythmik hat ja sicherlich zur Erleichterungder Arbeit beigetragen. Ausserdem sollen die meisten Worte der niederenSprachen Arbeitsworte sein. Ich wage es nicht zu entscheiden, welche derbeiden Theorien die richtige ist. Über die Anfänge der Sprache ist dieWissenschaft jetzt ein wenig anderer Meinung geworden, seitdem sie sichauch mit den Lauten der Tiere beschäftigt hat und gezwungen ist, aufdiesem Gebiete auch die Urform der menschlichen Verständigung zu suchen.

Das Denken der Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitiven ist im wesentlichen ein gegen-ständliches. Es beschäftigt sich mit den Dingen des täglichen Lebens,Tieren, Pflanzen usw. Aufserdem dreht es sich aber auch um die Affekteund verlegt sie in die Objekte hinein, durch die sie verursacht werden,indem es ihnen höhere, darin hausende Wesen in der Form von Dämonen zu-schreibt: Übersinnliches( mythologisches) Denken. Die Spracheder Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitiven kann aber nicht mit der der Kinder ganz analogisiertwerden, da die der Kinder von Fall zu Fall gebildet wird, bei den Primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven aber ein Produkt der Entwicklung ist. Ausserdem formen die Primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven ihre Sprache selbst. Bei den Kindern wird sie hauptsächlich vonden Erwachsenen geschaffen. WUNDT wendet sich da gegen eine sicherlichirrtümliche, allzu weit reichende Parallelstellung von Primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven und Kindern, wie sie bis nun in der Wissenschaft sehr ge-läufig war.

Die Urformen des Zauber- und Dämonenglaubens. Ganzohne Religion ist kein Volk, obwohl in früheren Zeiten eine dahingehendeAnschauung in der Wissenschaft verbreitet war. Nur mufs man in Be-tracht ziehen, dafs es sich bei den niedersten Formen der Religion nichtum wohlcharakterisierte Göttergestalten, sondern blofs um wenig um-schriebene, übersinnliche Wesen, Dämonen, handelt. Nach WILHELMSCHMIDT sind sämtliche Primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitive Pygmäen und huldigen dem Mono-

1 HEINRICH SCHURTZ, Urgeschichte der Kultur. Leipzig und Wien.1900. S. 479.

WILHELM SCHMIDT, Die Stellung der Pygmäen in der Ent-wicklungsgeschichte des Menschen. 1910.