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Wilhelm Wundts "Elemente der Völkerpsychologie" und die moderne Ethnologie
Entstehung
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Mitteilungen.

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könnte man, glaube ich, eine derartige Übergangsstellung zubilligen, be-sonders den am Smithsund lebenden, die wegen ihrer Isoliertheit vonfremden Einflüssen nahezu verschont geblieben sind.

Die äufsere Kultur der Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitiven. Die Kleidung ist nurandeutungsweise entwickelt. Lendenschürze aus Bast, Bänder an Armenund Beinen sind alles, was hieher gehört. Die ursprüngliche Wohnungdes Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitiven ist eine Höhle; doch erwähnt WUNDT nicht, was sicherauch häufig vorkommt, dafs Busch werk und hohle Bäume demgleichen Zwecke dienen. Für die Entwicklung der Kunst hat die Höhle,dem Autor zufolge, insofern etwas geleistet, als sie durch die darinherrschende Dunkelheit die Phantasie der Bewohner angeregt haben mag.So dürften die bekannten Höhlenzeichnungen moderner und prähistorischerprimitiver Glossar ::: zum Glossareintrag primitiver Menschen entstanden sein. In die Höhle wurde wohl auch bei un-günstiger Witterung, besonders durch das wärmende Feuer, der Hund ge-lockt. So gewöhnten sich, nach WUNDT, Mensch und Tier aneinander.Nach der jetzt ziemlich allgemein in der Ethnologie akzeptierten Ansichtfolgte der Hund dem Menschen als ungerufener Gast auf der Jagd, umsich der Beute zu bemächtigen und so wurde er allmählich ein Haustier.Dafs der Hund durch das Feuer angelockt wurde, ist deshalb unwahr-scheinlich, weil bekanntlich alle Raubtiere sich vor dem Feuer fürchten.Die Nahrung wird durch Jagd, aber hauptsächlich durch Sammel-wirtschaft beschafft. Für die letztere kommt der Grabstock in Be-tracht. Zum Aufbewahren von Nahrungsmitteln und allerlei Gegenständendienen Naturobjekte, beispielsweise Kürbisschalen. Keramik gibt es nochkeine. Wo Töpfe vorkommen, sind sie von anderen Völkern erworben.Nahezu alle Geräte und Waffen sind aus Holz hergestellt- ansonstenzumeist fremder Import. Das Holz läfst sich ja am leichtesten bearbeiten,leichter als der Stein, darum ist nach WUNDT dem Steinzeitalter einHolzzeitalter vorangegangen, dessen Spuren wir aber wegen derVergänglichkeit des Materiales nicht nachweisen können. Die Waffen sindPfeil und Bogen. Der Bogen resultiert aus der Naturbeobachtung: Einzurückgebogener Ast schnellt wieder in seine ursprüngliche Lage zurück.Wenn man den Zweig aber in einer seiner vorhandenen Krümmung ent-gegengesetzten Richtung abbiegt, so ist seine Schnellkraft noch gröfser.So entstand der reflexive Bogen. Der Pfeil mufste nach WUNDT imAnschlufs an den Bogen beinahe von selbst entstehen(?). SCHURTZ' fafstden Pfeil als aus dem Wurfspeer hervorgegangen auf. Wenn wir jedochberücksichtigen, was uns WEULE2 über den Pygmäenpfeil in Afrikamitteilte, so wäre nach ihm die Urform dieser Waffe einfach ein amEnde spitz zugeschärftes Holzstück, respektive Ast. Dies scheintmir auch die einzig richtige Auffassung für die Entstehung des Pfeiles,da die Primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  Primitiven im Sinne WUNDTS des Wurfspeeres ja entbehren. Ge-fiedert ist er nach WUNDT wohl zumeist deshalb, weil er den Menschen an

1 Dr. HEINRICH SCHURTZ, Urgeschichte der Kultur, Leipzig undWien, 1900, S. 347.

2 KARL WEULE, Der afrikanische Pfeil Leipzig 1899, S. 55, 56.