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2. Gegenüber dem älteren Breie ist der Laib nun ein mehrweniger ausgebildetes, das heißt, aus diesem geformtes konserviertesRundstück, das aber schon durch seine primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Form sein hohesAlter bezeugt. Als Armengabe*)( eigentlich an die armen Seelen) oderals Patengeschenk( zum Beispiel im Allgäu) hat auch der Laib seineBeziehung zur Seelenspeisung bewahrt. In Reichenberg( Böhmen)läßt man auf Weihnachten unterm Tischtuche einen angeschnittenenBrotlaib» für die himmlichen Gäste« liegen. Nach Rastetter Hofrecht( Schweiz) mußte 1378 der Hofmann dem Dorfe Rastetten zu Weihnachtenein halbes Multer Korn geben zum Brotmachen; dieses Brot hieß>> Mutsche-leibelîn«( Brotlaiblein aus der Teigmulter ausgescharrt als Gabe andie Hausgeister); dieses Multschären laiblein erhielten danndie Kinder des Dorfes zu einer Gedächtnis( Grimm, D. R. A. 4, I,497); auch in La Chiésaz bei Vevey( Schweiz) wurden auf Weih-nachten 1762 infolge eines Legats» les miches de Noël«< Brotlaibchen( Muckel) ausgeteilt.( Schweizer Arch. f. V. K. II, 69.) In Dänemarkwurden für die Armen in Angeln» leve«( Laibe) gebacken.( Feilberg¹,1. c. I, 232); auch gibt es in Norwegen» lefsa", ein pfannkuchenartiges,dünnes Brotlaibchen um diese Zeit. Der süddeutsche Weihnachts-laib ist meist ein durch eingetrocknete, mitgebackene Birnklötzchen( Hutseln) versüßter sogenannter Birnlaib( Birnbrot, die piraturades Ruodlieb, M. Heyne, 1. c. II, 273), ein Klötzenbrot, das von SanktNikolaus bis Heiligen drei Könige fast in jedem Bauernhofe zu findenist; nur wenn es wenig Birnen im Herbste gibt, fällt der Birnen-zusatz aus. In Oberösterreich gibt es auf Weihnachten den sogenanntenStörilaib, der seinen Spendezweck schon durch seinen Namen an-deutet, da er aus den» zusammengesteuerten« Beiträgen der Sippeehemals hergestellt wurde. Mit ihm werden dort mitgebacken: einLaiblein, das der erste kommende Arme( arme Seele), der amWeihnachtstage sich sehen läßt, erhält; die Großdirne reicht es ihmmit einem Geldstücke oder mit einem Ei oder Fleischstücke; ist diebettelnde Person ein Mann, dann heiratet sie, und zwar heißt ihrMann so wie der arme Bettler( Opferaugurium); ferner werden mit-gebacken: zwei Brotlaiblein für das Hausvieh, sogenannte>> Viehstöri«<,endlich vier bis fünf längliche Brote in Daumenform zur sogenanntenFütterung der Elemente( Vegetationsgeister).( Baumgarten, Das Jahr,Gymnasialprogramm 9.) Nach dem Einschießen des Störilaibes wirdin Elbestal- Zell auf Weihnachten der Backofenwisch um 12 Uhr mittagsabgenommen und mit den Tischabfällen von der Großdirne auf dasWeizenfeld( als Zeichen, daß um diese Zeit zu Hause für die Vegetations-geister gekocht und gebacken wird) getragen. Die Großdirne wickeltdie Schinde( Rinde, Schale) und Kerne von Äpfeln und Nüssen
*) Die Umsetzung der ursprünglich den Toten dargebrachten Opfer in die Dar-reichung von Gaben, namentlich an die Bedürftigen, ist nichts spezifisch Christliches"( Lucius, Anfänge des Heiligenkultes 27).