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Primitive Glossar ::: zum Glossareintrag Primitive Schiffsfahrzeuge
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DR. RUDOLF TREBITSCH, PRIMITIVE Glossar ::: zum Glossareintrag  PRIMITIVE SCHIFFSFAHRZEUGE.

-23° C die Knospen unsrer Eiche und Buche.Das aber steht im Widerspruch mit derNatur; denn wir wissen, daß sich unsreEiche und Buche weit nach Norden vor-schieben und hier bedeutend größere Kältevertragen. Die Todesursache war also inmeinem Falle in dem plötzlichen Abkühlenzu suchen und es gelang tatsächlich, dieKnospen der genannten Bäume am Lebenzu erhalten und zum Treiben zu bringen,wenn ich dieselben innerhalb zwöf Tageallmählich auf 32° C abkühlte.

Auch im Hochsommer gelingt es leicht,die Bäume an die Kälte zu gewöhnen. Undzwar wächst die Widerstandsfähigkeit umso schneller, je tiefer die Außentemperaturist, und ein allmähliches Sinken der Tem-peratur begünstigt den Vorgang außer-ordentlich. So kann das Holz und mitihm die schlafenden Augen nahezu bis zuihrer winterlichen Widerstandsfähigkeit ge-bracht werden. Die Blätter und Nadelnder Immergrünen gewöhnen sich nicht sogut an die Kälte und noch schlechter istes bei den frisch angelegten Knospen undTrieben und, Blättern" der Immergrünen.Bei ihnen ist die Erhöhung der Wider-standsfähigkeit so gering, daß sie für diePflanze gar nicht in Betracht kommt.

Dagegen gewöhnen sich die Pflanzen imWinter äußerst rasch an die Wärme. Dochhierbei darf nicht außer acht gelassen wer-den, daß man die Versuche nicht zu zeitiganstellt; denn es ist ungemein schwer, einenBaum ohne gewaltsame Eingriffe zum Trei-ben zu veranlassen, wenn er nicht einengewissen Zeitpunkt seiner Ruheperiode über-schritten hat.

Ist dies aber der Fall( etwa um Neujahr),so genügen wenig warme Tage, um seineWiderstandsfähigkeit ganz bedeutend herab-zudrücken. Welche Rolle die äußeren Ein-

flüsse der Temperatur in der Natur spielen,sei hier kurz durch ein Beispiel beleuchtet:

Ende Januar 1912 trat Tauwetter ein. Andiesen Tagen stieg das Thermometer in denMittagsstunden in der Sonne auf+ 14° C.Nachdem es fünf Tage schön gewesen war,wurden Zweige von Rhododendron, Efeu,Erle und Eibe, die acht Tage vorhereine Temperatur von 20° C schadlos er-tragen hatten, an der Südseite der betref-fenden Bäume geschnitten und zwölf Stun-den bei-19° C gehalten. Sämtliche Zweigeerwiesen sich als abgestorben und sieben Tagespäter, nachdem wieder vier Tage starkeKälte eingetreten war, ertrugen Zweige, diegenau an derselben Stelle wie die vorigengeschnitten waren, 200 Kälte, ohne auchnur den geringsten Schaden zu nehmen.

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Dieses Beispiel zeigt uns ferner, daß Auf-tauen und Wiedergefrieren nicht spurlosan einer Pflanze vorübergehen. Dieser Um-stand leitet uns zur Frage hinüber: Wel-chen Einfluß haben wiederholtes Gefrieren undAuftauen auf die Pflanze? Der Versuchzeigt, daß die Bäume unter dem schroffenTemperaturwechsel, dem sie im täglichenVerlauf der Witterung ausgesetzt sind, ganzbeträchtlich zu leiden haben. So ertragendie Bäume im Winter meist nicht einmalein sechsmaliges Abkühlen auf-13° C,wenn sie nach jedem Gefrieren 24 Stundenin eine Temperatur von+ 20° C gebrachtwerden. Die ,, Blätter" der Immergrünensind etwas widerstandsfähiger und bei ihnenzeigt sich, daß die jüngeren ,, Blätter" denälteren in der Widerstandsfähigkeit bedeutendüberlegen sind..

Aus dieser sonderbaren Wirkung des wieder-holten Gefrierens und Auftauens erklärensich wohl auch die Frostschäden in derNatur. Fast ohne jede Ausnahmen habenin den Wintern, in denen die Kälte sogroßen Schaden anrichtete, starke Frösteund Tauwetter einander in schroffem Wech-sel abgelöst. Tagsüber herrschten 12° Wärmeund nachts verrichtete grimmige Kälte ihrZerstörungswerk. Auftauen und Wiederge-frieren sind zweifellos die Todesursache undman geht wohl nicht fehl, wenn man inder kräftigen Sonnenbestrahlung den größ-ten Schädling der Pflanzen im Winter er-blickt. Hierin liegt am Ende auch eineErklärung für die seltsame Tatsache, daßnämlich Bäume und Hecken gewöhnlich aufder Südseite erfrieren, während die Nord-seite meist völlig unversehrt bleibt.

Leider sind wir gegen die Unbill der Fröstefast völlig machtlos. Denn alle die Mittel,die man dagegen erdacht hat, so z. B. das,, Räuchern", eignen sich nur zum Betriebim Kleinen, und oft treten, besonders imHerbst und im Frühjahr, die Fröste so über-raschend schnell auf, daß alle Hilfe zu spätkommt.

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Von Dr. med. et phil. RUDOLF TREBITSCH.Wenn wir der großen Leistungen dermodernen Schiffahrt gedenken, so mutet esuns ganz eigentümlich an, im Gegensatzedazu einmal die Anfänge der Menschheitauf diesem Gebiete zu betrachten.¹)

1) Vgl.. ,, Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographi-sche Verbreitung in der Vergangenheit und Gegenwart", vonDr. Rudolf Trebitsch, im Archiv Anthropologie, Braun-schweig. 1912, N. F., Band XI, Heft III.