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Bei der Überführung der Braut ins Bräutigamshaus wird der Bräutigamvon den Mädchen seines Dorfes aufgehalten, wenn die Braut aus einemanderen Dorf ist. Der Bräutigam muß den Mädchen Geld zahlen, weiler sich die Braut aus einem fremden Dorfe geholt hat.
7. Kapitel.
Brautwerbungs- und Hochzeitszeremonien bei den
Slowaken.
Literatur.
Chorvát, Slovenska svadba;„ Slovenské pohl'ady" XV S. 518 ff. 577 ff. 652;XVI S. 39 113 ff.- Božena Němcová, Obrazy ze života slovenského;„ ČasopisČeského Muzea"( 1859) S. 86; Timkova Slovenská svatba, abgedr. Český Lid V S. 243 ff.-Horušická, J., Svatba na Slovensku; ibid. XX 287 ff. 417 ff.
Werbung.
Der Verkehr zwischen den sich liebenden jungen Leuten ist heimlich,weil man die bösen Zungen der Leute fürchtet. Gewöhnlich kommt derGeliebte am Sonntag an das Fenster der Geliebten und unterhält sichmanchmal mit ihr bis zum Morgen. Die Geliebte gibt dem Geliebten einenStrauß von roten Rosen und grünem Rosmarin. Mancherorts schickt sieihm gegen Ostern eine Feder und Rosen als das Symbol der Jungfräu-lichkeit. Auch ein Handtuch und ein rotes Band erwähnt ein Volkslied,das in manchen Gegenden als Symbol der Freiheit angesehen wird. InPreßburg gibt das Mädchen dem Geliebten Veilchen mit Rosmarin, um-wunden mit weißer Seide. Der Jüngling kauft ihr dafür auf dem Jahr-markt ein Tuch, ein Band oder einen Ring. Manchmal läßt das Mädchenden Geliebten auch in ihre Kammer herein. Nach Dobšinský erlaubte esbis zu seiner Zeit die Sitte des Volkes, daß der Geliebte mit der Geliebten,wenn es die Eltern gestatteten, schlafen durfte. Doch wurde das Mädchendabei nur selten der Jungfräulichkeit beraubt. Heute verbieten die Elterndas Zusammenschlafen. Verliert das Mädchen die Jungfräulichkeit, sowird es von der ganzen Familie verachtet und darf nicht in der„ parta",dem Kopfschmuck der Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen, und auch nicht mit bloßem Kopfeherumgehen, sondern mit verhülltem Kopfe, so wie eine Frau. Die Dauerder Liebeszeit ist manchmal sehr lang; nach einem Liede dauert sie sogarneun Jahre. Zum Besuch der Geliebten reitet der Burche gewöhnlich,besonders wenn die Geliebte in einem anderen Dorfe wohnt. Oft kommt
es zwischen ihm und den Burschen aus dem Dorfe der Geliebten zu Feind-seligkeiten, von denen auch in den Liedern öfter die Rede ist. Die Elternund die nächsten Verwandten bestimmen meist dem Sohne die Braut,wobei sie hauptsächlich auf den Reichtum und den Fleiß des Mädchenssehen. Die Tochter ist für die Eltern eine Ware, die man dem ersten