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sich von diesem Recht zu befreien. Heute ist der Bursche und auch dasMädchen in seiner Wahl frei. Der Jüngling lernt die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau bei Volks-belustigungen und auf Kirchweihfesten kennen. Der Verkehr zwischen ihnenist ein freier. Der Bursche geht mit dem Mädchen oft zusammen schlafen,und so lernen sie einander genauer kennen. Früher war es Brauch, daßnach der Werbung die Brauteltern die Geschlechtsorgane des Bräutigamsbesichtigten, um festzustellen, ob er zeugungsfähig war oder nicht. Die,, zapoiny" heißen auch mancherorts„ mala horelka" und„ velika horelka".Mancherorts begeben sich die Werber mit Schnaps, Brot und Salz ins Hausdes Mädchens. Im Gouvernement Minsk findet die Werbung am Sonn-tag, Dienstag, Donnerstag oder Sonnabend statt, wenn der Mond im Ab-nehmen ist.
Im Kreise Gomel' nehmen die Werber für das Mädchen Schuhe undfür die Eltern 10-15 Rubel als Kaufpreis„ věno" für die Tochter mit.
Die Gebräuche, die sich an die Werbung anschließen.
Einige Tage nach der Werbung findet die Besprechung der beider-seitigen Eltern statt. Die Braut, begleitet von einer Verwandten, ladetdazu die Verwandten und Nachbarn ein. Die Hauptperson von seiten derBraut ist an diesem Tage der erste Werber,„ bol'šij svat". Die Ver-wandten versammeln sich im Hause der Brauteltern und besprechen mitdiesen, was sie von den Bräutigamseltern fordern sollen. Der erste svatbringt der Braut einen Pirog, mit dem sie zu den Freundinnen in die Kletegeht und ihn unter sie verteilt. In Anwesenheit des Werbers wird vonden Verwandten der Braut die Mitgift derselben besprochen. Nach kurzerZeit kommt der Bräutigam mit zwei„ družby" und drei„ svachi", von denendie erste„ svacha" seine Taufpatin ist und die beiden anderen seineSchwestern oder andere Verwandtinnen. Der Pate des Bräutigams lenkt denWagen, auf dem sie ankommen. Die vier Männer treten in die Stube ein,behalten aber die Mützen auf und verneigen sich nicht. Der erste svat derBraut begrüßt sie und setzt sich ebenfalls die Mütze auf. Der Bräutigamsetzt sich neben den svat; die„ družby" setzen sich neben den Bräutigam.Alle schweigen. Schließlich läßt der svat den Hauswirt holen. Einer vonden Männern will ihn hereinführen mit den Worten:„ Gott sei Dank, den-jenigen, den wir gesucht haben, haben wir gefunden; wir bitten in die Stubeeinzutreten." Der Hauswirt will nicht hereinkommen, indem er sagt, daßer in der Stube nicht notwendig sein werde. Der Bräutigam und seineBegleiter gehen zu ihm in den Hausflur, nehmen die Mützen herunter, ver-neigen sich vor ihm und bitten ihn herein. Schließlich fassen ihn die,, svachi" unter die Arme und führen ihn in die Stube. Dann holen die,, svachi" die Braut, die sich mit ihren Freundinnen in der Klete befindet,und führen sie mit Gesang in die Stube. Die Braut verneigt sich vor allenAnwesenden. Darauf geht sie zu einer verheirateten Frau und bittet sie,ihr während der ganzen Hochzeit Führerin zu sein. Jetzt setzen sich alle
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