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verhandeln gewöhnlich nur mit der Mutter des Mädchens. Ist diese mitder Ehe einverstanden, so schickt sie die Tochter um Schnaps. Dann ruftsie auch ihren Mann herzu und berichtet ihm von der Werbung. Kommtdie Tochter mit dem Schnaps zurück, so bittet die Mutter eine von denWerberinnen, sie mit ihrem Getränk bewirten zu dürfen. Die Tochter be-klagt sich bei der Mutter, daß sie sie für ewig versprochen hätte. DieWerberin fragt die Mutter, ob die„ svaty" schon heute oder erst morgenkommen sollen. Sie trinken noch miteinander, worauf sich die Werberinnenins Haus des Jünglings begeben, um dort ihren Erfolg zu verkünden.Manchmal geht die Mutter des Jünglings selbst ins Haus der Eltern desMädchens. Mancherorts bringen die Eltern der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau zum Zeichenihrer Einwilligung der Werberin Brot und Schnaps. Dieser erste Akt derBrautwerbungszeremonien heißt in einigen Gegenden„ rozvidok", in anderen,, dopitiv". Nach der Rückkehr der Werberinnen versammeln sich im Hausedes Jünglings die Verwandten, um die eigentlichen Werber zu wählen.Dazu werden zwei oder drei redegewandte Männer genommen, die sich all-gemeiner Achtung erfreuen müssen; sie heißen svaty, starosty, bojary( Bojaren), posly( Boten) oder divosnuby. In manchen Gegenden geht derJüngling selbst freien, in anderen gehen die Frauen, die beim rozvidok zu-gegen waren, auch zu der eigentlichen Werbung. Vor dem Aufbruch derWerber fällt der Jüngling seinen Eltern zu Füßen und bittet sie umSegen, den ihm dieselben mit Brot und Salz erteilen. Nach dem Segenfordert der Jüngling seinen Freund auf, die Pferde zu der Fahrt bereitzu machen. In dieser Weise finden fast überall die Vorbereitungen für dieWerbung statt, nur in einigen Gegenden finden sich kleine Abweichungen.So werden im Kreise Novograd in Wolhynien die Werber aus der Ver-wandtschaft des Mädchens genommen. Am Weihnachtsfeste versammelnsich bei den Eltern des Jünglings die Verwandten und Nachbarn, undauch einige aus der Verwandtschaft des Mädchens werden eingeladen.Zwei Tage lang werden sie bewirtet. Am dritten Tage laden die Elterndes Jünglings noch zwei oder drei Männer aus der Verwandtschaft derJungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau ein. Sie bewirten dieselben und bitten sie gegen Abend, fürihren Sohn werben zu gehen. Diese nehmen Brot und Salz und begebensich in das Haus der Eltern des Mädchens. Sie klopfen ans Fenster,wünschen den Eltern guten Abend und bitten sie um Einlaß, da draußenein Unwetter wüte. Der Vater will sie nicht aufnehmen, da er nichtwisse, ob sie gute oder böse Leute seien. Die Werber setzen ihre Bittenfort, und der Vater öffnet ihnen schließlich die Haustür, nachdem ihn dieMutter des Mädchens dazu aufgefordert hat. Beim Eintreten der Werberwill das Mädchen entfliehen, wird aber von dem Jüngling und seinem Ge-fährten, die die Werber begleiten, aufgehalten. Die svaty betreten dieStube, wünschen den Eltern Glück und Segen und bieten ihnen das mit-gebrachte Brot und Salz an. Die Form der Werbung ist dieselbe wie beiden Großrussen. Die Werber erzählen von einem Marder oder einemFuchs, der ihnen entlaufen sei, oder von ihrem jungen Stier, der sich an