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einem anderen Zimmer oder in der Vorratskammer( kladovaja) auf. Habenalle Gäste Platz genommen, so erscheint die Braut, das Haupt mit einemTuche verhüllt. Vor ihr gehen einige Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen und singen. So gehensie an den Tisch des Bräutigams heran, wo der ältere Werber der Brautdas Tuch vom Haupte hebt mit den Worten:„ Zeigt mir doch, ob das dieBraut ist." Jetzt werden die Gäste mit Wein und Schnaps bewirtet. EineFrau, podgolosnica" genannt, reicht jedem von den Gästen auf einemTeller ein Glas Schnaps, wobei sie mit Geld beschenkt wird. Der Brautund dem Bräutigam reicht man je ein Glas Schnaps. Sie stoßen mit denGläsern an, wobei ein jeder aus seinem Glase Branntwein in das desanderen zu gießen sucht. Derjenige, dem dies eher gelingt, wird im Ehe-leben mehr Einfluß und Macht haben. Hierauf zieht der Bräutigam dieBraut über den Tisch an sich und küßt sie. Dasselbe tut auch die Braut.Der Bräutigam übergibt nun in einer Kiste der Braut die Geschenke, diein Kleiderstoffen, Stiefeln, Strümpfen und Toilettengegenständen bestehen.Den Schlüssel von der Kiste behält er. Erst wenn ihn die Braut dreimaldarum gebeten und geküßt hat, gibt er ihr ihn. Die Braut begibt sich indie Kammer, öffnet die Kiste und nimmt die Geschenke heraus, unterwelchen Geld liegt. Die Gäste trinken unterdessen Tee und Kaffee underhalten von der Braut Hemden und Handtücher als Geschenk. Die Hand-tücher binden sie sich über die Schulter. Darauf fährt man in die Kirche.Braut und Bräutigam fahren nicht zusammen, sondern getrennt. Die Ver-wandten und Gäste begeben sich ebenfalls in die Kirche; nur die Elterndes Paares bleiben zu Hause. Auf dem Wege zünden die DorfburschenBündel von Stroh an und begleiten den Hochzeitszug mit Hurrarufen. Ausder Kirche begibt man sich ins Haus des Bräutigams. Die Bräutigams-eltern empfangen im Hausflur das Paar mit Brot und Salz und segnen es.Nach dem Segen geben sie dem Paar Milch zu trinken, damit seine Kinderweiß wie Milch würden. Über den Hausflur und die Stube ist Leinwandausgebreitet. Schreiten Braut und Bräutigam durch den Hausflur, so be-streut man sie mit Getreide, auf daß ihr Eheleben fruchtbar würde. Beireichen Hochzeiten wirft man über das Paar Flaumfedern, damit die Brautbald schwanger würde. Im Zimmer wird der Braut die Kopfbedeckungabgenommen und mit einer anderen Kopfbedeckung, wie sie verheirateteFrauen tragen, vertauscht. Die Mutter des Bräutigams nimmt ihr die Kopf-bedeckung herunter, teilt ihr das Haar in zwei Hälften, kämmt es und legtihr 1-5 Rubel aufs Haupt, die sich die Braut nimmt. Dann wendet sichdie Mutter an die anderen Frauen mit der Bitte, der Braut das Haar zuflechten. Die Frauen flechten ihr zwei Zöpfe und legen ihr auf das Hauptden„ povojnik", das Zeichen einer verheirateten Frau. Der Bräutigamwird nun zu der Braut geführt. Er setzt sich ihr auf den Schoß, woraufihm ein Spiegel gereicht wird, damit er sehe, ob das auch seine Frau sei.Der Bräutigam sieht in den Spiegel und erklärt, es sei nicht seine Frau.Die Braut küßt ihn, er sieht wiederum in den Spiegel, erkennt sie aberimmer noch nicht. Erst nachdem sie ihn dreimal geküßt hat, ruft er aus,