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Plätze abtreten."
Ein wenig beruhigt wendet sich der Werber an dieMädchen mit den Worten:„ Ihr schönen Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen, ihr süßen Sänge-rinnen, tretet uns euere Plätze ab! Wir sind ein reisendes Volk, sind durch-gefroren und bedürfen der Ruhe." Die Mädchen sind bereit, ihnen gegeneine Entschädigung ihre Plätze abzutreten. Der Werber verspricht, ihnenetwas dafür zu bezahlen. Hierauf geht er zu dem Gefolge des Bräutigams,läßt sich von diesem das Nötige zur Bewirtung der Mädchen geben undkehrt in die Stube zurück. Drei Pirogen, ein Stück Fleisch, einen Kuchen,„ karavaj" genannt, von Grützenmehl, und ein Zehnkopekenstück legt er aufden Tisch. Außerdem bewirtet er die Mädchen mit Wein. Nach der Be-wirtung nehmen die Mädchen die Geschenke vom Tisch und begeben sichin den anderen Teil des Hauses. Der Werber holt darauf den Bräutigamund führt ihn an der Hand ins Zimmer. Hier beten sie beide, verbeugensich vor allen Anwesenden und gehen dann in eine Ecke, wo sich derBräutigam auf eine Bank setzt. Die Brautmutter und die anderen Ver-wandten holen Speisen und legen sie auf die Bank neben den Bräutigam.Die Braut legt auf den Tisch zwei runde Pirogen, die als Symbol für dieVereinigung der Braut und des Bräutigams dienen. Diese Pirogen müssenüberall auf dem Tische liegen und werden am zweiten Tage der Hochzeitbei dem sogenannten Bräutigamsmahl verzehrt. Der Werber setzt daraufden Bräutigam auf die Bank, und zwar so, daß er mit dem Rücken demHaupttisch zugewandt ist. Eine verheiratete Schwester der Braut nimmtdiese an der Hand und stellt sie dem Bräutigam gegenüber auf. Brautund Bräutigam verneigen sich voreinander und küssen sich. Hierauf faßtder Bräutigam die Braut an der Hand und beide begeben sich in denanderen Teil des Hauses, wo sie während des ganzen Abends bleiben. Diebeiderseitigen Verwandten und Gäste setzen sich an den Tisch. Die Ehren-plätze unter den Heiligenbildern nehmen die Taufpaten des Paares ein.Zwei Kerzen werden vor den Heiligenbildern angezündet, worauf sich allevon ihren Plätzen erheben und ein gemeinsames Gebet verrichten. DerWerber bewirtet die Gäste mit Wein. Speisen werden aufgetragen, unddie Mädchen singen Lieder. Gewöhnlich essen zuerst die Verwandten derBraut und dann die des Bräutigams. Bei dem Mahle der Bräutigams-verwandten holt der Brautvater den Bräutigam und die Braut. Der Bräuti-gam füllt ein Glas mit Wein, welches die Braut den Gästen der Reihenach überreicht. Dabei erhält sie von jedem ein Geldgeschenk. Nach demEssen verteilt die Brautfamilie an die Bräutigamsfamilie Geschenke, die inHand- und Taschentüchern bestehen.
Nicht überall ist es Brauch, daß der Bräutigam mit seinen Verwandtenan der Feier des„, děvičnik" im Brauthause teilnimmt. In manchen Gegen-den, wie im Gouvernement Kaluga, steht bei der Feier des„, děvičnik" aufdem Tisch ein Fichtenbäumchen, das mit Blumen und Bändern geschmücktist und an dem kleine Kerzen brennen. Hier wird am Tage des„, děvičnik"auch ein besonderer Kuchen,„ korovaj" genannt, im Braut- und im Bräuti-gamshause gebacken. Die Zeremonien, welche bei dem Backen dieses