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Slawische Brautwerbungs- und Hochzeitsgebräuche
Entstehung
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sei. Reisende, gute Leute", antwortet der Werber. Was wünscht ihr",wird aus dem Hause weiter gefragt. Laßt uns hinein, damit wir unswärmen," entgegnet der Werber," wir haben unseren Weg verloren." Inähnlicher Weise werden sie weiter ausgefragt, bis schließlich die Elterndes Mädchens aus den Antworten des Werbers erkennen, welches derZweck ihres Kommens ist. Die Eltern öffnen den Werbern die Tür undreichen ihnen Schnaps zum Trunke. In anderen Gegenden Großrußlandswiederum kommen die Werber in grauen Mänteln, mit Stöcken in derHand, in das Haus des Mädchens. Der erste Werber hält in den Händenein geweihtes Brot, betet zu Gott und verneigt sich vor dem Hausherrnund der Hausfrau. Darauf fordert der Hausherr die Werber auf, sich zusetzen, und fragt sie, was sie für Leute seien, woher sie kämen und zuwelchem Zwecke sie Gott hierhergeführt habe. Der erste Werber ant-wortet: Zuerst gestattet uns, daß wir uns vor euch verneigen. Zürnetuns nicht und höret uns an. Wird euch unsere Rede nicht gefallen, sowollen wir wieder weggehen, und daß wir ehrbare Leute sind und nichtsBöses im Sinne haben, dafür sollt ihr als Zeichen dieses geweihte Brotannehmen." Der Hausherr nimmt das Brot an, küßt es und legt es aufden Tisch neben sein eigenes Brot mit den Worten: Ich nehme das ge-weihte Brot an und höre auf eure Worte; setzet euch hin, gute Leute.Ihr seid von weither gekommen, aus welchem Lande und Reiche?" Dererste Werber antwortet: Wir sind Fremde und kommen aus der Türkei;wir sind Jäger, verwegene Jünglinge. Auf unserer Reise kam uns aufbraunem Pferde ein Fürst entgegengeritten und sagte zu uns: Ihr Jäger,ihr guten Jünglinge, erweiset mir einen Gefallen. Mir begegnete ein Fuchsund ein Marder¹, ein schönes Mädchen. Ich wünsche nicht zu essen undzu trinken, sondern nur, dasselbe zu fangen, stehet mir darin bei! Waseuer Herz begehrt, das könnt ihr euch von mir wünschen!'Wir folgtenden Spuren des Marders von einer Stadt zur anderen. Die erste Spurfanden wir in Deutschland, dann in der Türkei. Wir gingen, suchten,fanden aber nichts. Durch alle Reiche und Länder sind wir gekommen,haben aber den Marder nicht gefunden. Da sagten wir zu dem Fürsten:, Wir wollen an einem anderen Orte suchen, wo wir nicht nur den Marder,sondern auch die schöne Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau finden werden. Heute früh standen wirauf und entdeckten die Spur. Unser Tier lief in euren Hof und vom Hofeins Haus; jetzt wollen wir es fangen. Liefert unserem Fürsten den Marder,eure schöne Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau, aus. Wollt ihr sie ihm übergeben oder soll sie nochwachsen?" Oft begibt sich der Vater des Jünglings selbst mit Brotund Schnaps in das Haus der Eltern des Mädchens und beginnt dieWerbung mit den Worten:" Bei euch ist eine Ware zu verkaufen, undbei uns befindet sich ein Käufer für dieselbe; wir sind gekommen, dieWare zu kaufen, verkauft ihr sie uns?" Diese Werbungsformel ist fast

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1 Fuchs lisica" und Marder kunica" sind weiblichen Geschlechts, weshalb derVergleich mit der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau passend ist.

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