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Slawische Brautwerbungs- und Hochzeitsgebräuche
Entstehung
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Werbung.

Bei den Großrussen heiraten die jungen Leute im Alter von 18 biszu 25 Jahren. Die Wahl der Braut geschieht meist durch die Eltern desJünglings oder seine Verwandten. Auf gegenseitige Liebe der jungen Leutewird selten gesehen. Die Wahl der Braut richtet sich hauptsächlich nachdem Besitz, den sie als Mitgift erhalten soll, oder nach ihrer körperlichenKraft und ihrem Charakter. Oft soll es vorkommen, daß der Jüngling dieJungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau bei der Zeremonie des Handschlags"- rukobit'je- zum ersten-mal sieht. Nachdem die Eltern und Verwandten des Jünglings die Wahlgetroffen haben, versammeln sich die Verwandten des Jünglings im Hauseseiner Eltern und begeben sich ins Haus der Eltern des auserwähltenMädchens. Meist nehmen daran nur die nächsten Verwandten teil, wieder Bruder, die Schwägerin, der Schwager, der Onkel, die Tante, derTaufpate und die Taufpatin. Von den Eltern des Jünglings geht gewöhn-lich nur der Vater mit, die Mutter sehr selten, meist nur dann, wenn siedas Mädchen noch nicht kennt. Vor dem Weggehen segnen die Elternden Sohn mit Brot und Salz und stecken ihm eine weibliche Kopfbedeckungin die Tasche, damit er bei der Werbung Erfolg habe. Oft setzen sichvor dem Aufbruch ins Haus der auserwählten Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau die Verwandtendes Jünglings an den Tisch, auf dem Brot und Salz liegt. Jeder von denVerwandten nimmt ein Stück Salz und kostet davon, worauf sie aufstehenund beten. In manchen Gegenden wird nur ein Verwandter oder eineVerwandte zur Werbung ausgeschickt. Der Werber heißt svat", dieWerberin svacha", mancherorts wird der Werber auch starosta" ge-nannt. Gewöhnlich wird der Werber von dem Vater und dem Jünglingbegleitet, manchmal begibt er sich zunächst allein in das Haus des Mäd-chens. Nach Tereščenko zieht sich der Werber einen neuen Kittel an,gürtet sich einen roten Gürtel um und setzt sich einen Hut mit einerStraußen- oder Pfauenfeder auf. Um den Hals bindet er sich ein buntes,meistenteils ein rotes Tuch. So gekleidet begibt er sich zu den Elternder Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau, von denen er zunächst wie ein Unbekannter aufgenommenwird. Er verneigt sich vor den Heiligenbildern, alsdann vor den Elterndes Mädchens und macht zuletzt nach den vier Himmelsrichtungen jeeine Verbeugung. Darauf wendet er sich an den Hauswirt mit den Worten: Gesundheit wünsche ich dir samt deiner Wirtin, deinen Kindern unddeiner schönen Tochter. Ich fuhr daher und verirrte mich; die Nachtwar dunkel, und der Mond schien nicht; da erblickte ich in deinem Hauseein Licht." Der Hauswirt entgegnet ihm: Für gute Leute steht unserHäuschen offen; aber was bist du für ein Mann, Väterchen? Ein gnädigerHerr oder ein Kaufmann, und was für Waren führst du mit dir?" DerWerber antwortet:" Wir führen Waren für frohe Feste und für Jung-frauen Glossar ::: zum Glossareintrag frauen." Mancherorts kommt der Werber mit dem Jüngling zu demHause des Mädchens, dessen Tür sie aber verschlossen finden. Der Werberbeginnt an die Tür zu klopfen, worauf von innen gefragt wird, wer draußen