Druckschrift 
Rezente Pfahlbauten von Donja Dolina in Bosnien
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

55

Riegelwände mit kleinen und dünneren Rundhölzern ausgefüllt,welche inwendig mit Kot beworfen sind. An Stelle der früheren» pajvanti« hat man» makaze«( Schere), das heißt diagonal zwischenden Ständern eingesetzte und mit Nut versehene Balken.

KILJER

2:70

Soba

mala Soba

3.00

^

96.8

Leider kehrten die Grundherren bald zu dem alten Systemzurück, wenigstens können wir dies für Dolina behaupten, dessenBevölkerung alsbald wieder ebenso auf die eigenen Kräfte angewiesenwar wie früher. Dieses Verhältnis ist bis zum heutigen Tage geblieben:Der Bauer hat allein für seine Behausung zu sorgen. Seine Kräftewaren natürlich zu schwach, um große Bauten zu errichten, wie mansie mit Unterstützung des Grundherrnhätte herstellen können. Man war trotz-dem auch fernerhin bestrebt, dem Grund-herrn zu schmeicheln und womöglichseinem Geschmacke Rechnung zutragen. Er ließ sich auf diese Weiseoft, gerührt von der Servilität seinerPächter, erweichen und gestattete ihnen,das Baumaterial selbst aus seinenSchutzwäldern zu holen. Tatsächlichsehen wir von jetzt ab in Dolina Häuser,welche zwar den Čardaklijas nahe-stehen, aber immerhin sich von diesenunterscheiden. Sie tragen gleichfallsWalmdächer, jedoch viel niedriger undkleiner; die Dachreschen verlaufen ineiner Flucht und haben an den Eckenkeine Abrundung. Die Schindeln sindauch hier überplattend. Der First ist verhältnismäßig viel längerals bei der vorerwähnten Form und, wie auch die Gräte, mitlangen Brettern( bei der Čardaklija nur der First) überdeckt. DieSchindeln sind in vielen Fällen am unteren Ende flachziegelartigabgerundet, eine Art Imitation des Flachziegeldaches. Diese letztereForm von Dächern,» na dumu«, wie sie bei der dortigen Bevölkerungheißt, ist in Bosnien ganz allgemein und scheinen beide Formen(» čardaklija« und» na dumu«) so ziemlich gleichzeitig aufgetretenzu sein. Das Dach springt im Gegensatze zu den primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivenFormen der ersten Bauperiode etwas weiter hervor. Die Ein-teilung des Hauses ist in beiden Fällen dieselbe geblieben, wie wirsie in der ersten Bauperiode kennen gelernt haben, das heißt dieKuća und Soba bestehen fort. Nur die Häuser des Mato Kneževićund des Mato Petrović Vel. haben eine Einteilung, welche sich mehrdem mittelbosnischen Typus anschließt, indem außer der Kućaund Soba noch eine» mala soba«( kleine Stube) eingestellt wurde,die selten den Hausbewohnern als Schlafstelle, sondern eher als

520-

Fig. 12. Grundriß des Hauses desMato Knežević in Donja Dolina.