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B. Offensives Verfahren:
a) Beschädigung der Menschen an Leben und Gesundheit;b) Beschädigung ihres Eigentums an Leben und Gesundheit.C. Expetitives Verfahren( d. h. Verfahren, mit dem ein Wunsch verbunden ist):
a) das Herbeizaubern für den Menschen günstiger Naturereig-nisse;
b) Omina und das Voraussehen von Ereignissen und ähnliches;c) die Erlangung übernatürlicher Kräfte;
d) die Erlangung materieller Güter.
D. Scheinbare Wunder.
Zu A gehört nach St. noch die Einteilung der für die verschiedenen Verfahrenbenützten Gegenstände in:
1. natürliche Gegenstände;
2. verarbeitete natürliche Gegenstände;
3. kirchliche Gegenstände...
Nun wollen wir sehen, wie sich innerhalb des Einteilungsschemas die einzelnenVorkommnisse durch die von mir angegebenen psychologischen Motive erklärenlassen:
A. Defensives Verfahren.
a) Schutz vor Krankheit und Tod usw. und anderem Unglück.
In der Schweiz( St.) schützt ein Dreidornspitz oder Sauerdorn( Berberisvulgaris), in der Karfreitagnacht geschnitten und am Leibe getragen, gegen Dornen-stiche, am Haus angebracht, gegen das Verhextwerden. In Bayern wirdnach Kf. ein Dreidornspitz den Kindern beim Zahnen in einem Täschchen umden Hals gehängt. Wir haben hier:„ Dreid ornspitz"- Schutz gegen DornenEtymologie.„ Wie der Dorn das Fleisch durchsticht, so möge derZahn das Zahnfleisch durchbrechen." Also Symbolismus. Das übrigeergibt sich aus dem Gesetz der Verallgemeinerung. Daß die Etymologiebei diesem Verfahren eine Rolle spielt, erhellt aus der Anwendung der Pflanze, meinesWissens, nur in deutschen Ländern.
Zum Schutz vor verschiedenen unangenehmen Ereignissen werden in derSchweiz( St.) Skapuliere von Heiligen, wie wir sie auch anderwärts, be-sonders in den Alpenländern( s. k. k. Museum für österr. Volkskunde in Wien)und auch in Italien( s. Bellucci) ¹), finden. Das Skapulier besteht imwesentlichen aus einem mit einem Heiligenbild geschmückten StückZeug, das, an einer Schnur hängend, um den Hals getragen wird. Eshandelt sich dabei um religiöse Beziehungen, die wir sehr wohl verstehenkönnen, wenn wir mit Wundt 2) folgende Entwicklung des Fetischismusannehmen: Einem in der Natur gesehenen Objekt wird eine Zauberkraft zugeschrieben,weil es auffälligerweise symmetrisch ist. Damit man nun immer über derartiges ver-füge, wenn es auch nicht von Natur aus zur Verfügung steht, wird ein symmetrischesObjekt künstlich hergestellt. Und nun ist der Übergang zum Götzenbild gegeben.Das Götzenbild hat sich dann wohl unter Einwirkung der Kirche in ein Heiligenbildverwandelt. Und das ist sicherlich auch der Vorgang bei der Entwicklung desSkapuliers, wie wir es in Europa noch häufig finden. Seine spezielle1) Bellucci, Il feticismo primitivo Glossar ::: zum Glossareintrag primitivo in Italia. Perugia 1907.
2) Wundt, Elemente der Völkerpsychologie. Leipzig 1912. S. 218ff.