Herrn Webeschul- Direktor Moriz Schmidt, der mir jederzeit bereitwilligst mit fach-männischem Rat zur Seite stand, sowie auch meinen Anstaltskollegen, den Pro-fessoren: Ludwig Rodewald, Valentin Seybold, Wilhelm Müller und AlfredKraus, welche mir bei den zeichnerischen und photographischen Arbeiten auf dastatkräftigste behilflich waren.
Äußerst dankenswerte stetige Unterstützung wurde mir auch durch die Präsidentindes rumänischen Frauenvereines, Frau Helene von Popovicz, geborene Gräfin Logothetti,zuteil, welche mir in nimmermüder Weise durch Erteilung sachgemäßzer Auskünfteund bei Beschaffung einschlägigen Materials mit Rat und Tat an die Hand ging.Den innigsten Dank sage ich schließlich auch den weitesten Kreisen der Bevölkerung,sei es Edel- oder Bürgersfrau, Seelsorger oder Schullehrer, Bauer oder Bäuerin, diealle, alle, mit liebenswürdigstem Entgegenkommen und größter Bereitwilligkeitmeine Bestrebungen wirksamst unterstützten.
Es wäre mir bei den ungenügenden Kommunikations-, bei den mitunter noch sehrprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Unterkunfts- und Verpflegsverhältnissen gar nicht möglich gewesen, diesedas ganze Land bis in die entlegensten Dörfer umfassende Arbeit durchzuführen,wenn nicht in demselben allerorten die herrliche Blume der Gastfreundschaft blühte.Uberall wurde ich freundlich aufgenommen und gerne gesehen, überall unterstützteman mich aufs beste und jede Bäuerin öffnete gerne und bereitwillig ihre Truhe, ummir die Erzeugnisse ihrer Kunstfertigkeit in der Nadelarbeit zur Verfügung zu stellen.Mögen alle insgesamt in dem Bewußtsein, auch ihrerseits zu dem Zustandekommendes Werkes ihr redlich Teil beigetragen zu haben, Befriedigung finden. Mir selbstgereicht es zur besonderen Genugtuung, als erster im Lande die Wichtigkeit undSchönheit dieser Kunstbetätigung erkannt und hierauf bei jeder Gelegenheit durchWort und Schrift die weitesten Kreise aufmerksam gemacht zu haben. Infolgedessenerfreut sich auch die heimische hausindustrielle Stickerei und Weberei heute sowohlseitens der k. k. Regierung und des Bukowiner Landtages als auch der ver-schiedenen nationalen Frauenvereine und vieler Privaten einer ganz besonderenUnterstützung und Pflege, welche für das Fortleben und weitere Blühen derselbendas Beste erhoffen läßt.
Sollte es mir gelingen, durch meine Arbeit in ethnographischer Beziehung zueingehenderer Kenntnis und richtiger Beurteilung des Landes, in dem ich mehr alsmein halbes Leben in angesehener und angenehmer Stellung wirke, beizutragen, fürdessen Landbevölkerung die verdiente Anerkennung und Wertschätzung in weitestenKreisen zu erringen und schließlich auch der Spezialforschung auf dem Gebiete derVolkskunst überhaupt verwertbare Behelfe und Aufschlüsse zu weiterem, erfolg-reichem Schaffen zu geben, so hat dieselbe ihren Zweck erreicht.
Czernowitz, im August 1912.
Erich Kolbenheyer.
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