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Fastenzeit, in der die» Mutzen«( siehe Z. f. ö. V. K., XI, 1905,Suppl. III, S. 47) eine Rolle spielen, wie Fastenkücheln verteilt wurden.1604 wurden am hohen Donnerstag gesegnete Mutzschli in Luzernausgeteilt. 1611 traten dafür schon die( Fasten-) Küchli auf. SogenannteSpend- Mutzschi teilte bis 1798 das Gotteshaus St. Urban alle hohenDonnerstage an die Armen aus dem Amte Aurwangen und Bippaus, welche Spende( ursprünglich wohl an die armen Seelen) heutemit Geld abgelöst ist( Schweizer Id., III, 132; IV, 600, 602). SolcheArmenspenden sind nicht etwa durch den kirchlichen Einflußerst aufgekommen, sondern nur viel zahlreicher und geregelter ge-geben worden; rein christlich aber waren sie nicht, da sie schonbei den heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Römern angegeben wurden.
In die letzte Fastelwoche oder stille Woche fällt ferner der zurVorbereitung der österlichen Speisen( parasceue, parascepe, Diefenbach,Gloss. nov., II, 412*) bestimmte
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Karfreitag. 15. Jahrhundert. Der gude ffridage; Diefenbach, I, 412;( 1752)der blutige Jüdische Kreystag( Kreuztag)( J. P. Schmidt, Fastelabendsgebräuche, 37);Westfalen guter oder stiller, langer Freitag, Martertag, Todestag Christi. Saetag, Char-tag, groner Fridach, ein für die Fruchtbarkeit und Gesundheit im deutschen Volksglaubenentscheidender Tag. Engl.: Good Friday, Goddes Sontay, Long- Rope Day( wegen deslangen Reifseils oder Taus, das die Kinder vom Bache aus durch die Straßen schleppen,das Navigium Isidis, den carro navale nochmals am Schluß der Fasten nachahmend,Hazlitt, I. c. II, 307); schwed.: Längfredag; franz.: Vendredi Saint; bei den Russen großerFreitag, im Kaukasus roter oder schöner Freitag( Yermoloff, 95). Dabei ist zu berück-sichtigen, daß der höchste„ Freia- Tag( ahd. friatay, altnord. frjadagr Veneris dies,Vendredi) an die Göttin Frigg( ahd. Friia, langob. Frea, ags. Frigg, deutsch Fricke) imdeutschen Volksleben angeknüpft wurde, das heißt an die gütige, göttliche Landgeberin,die über dem Saatlande und über den Pflugfeldern schwebte. Vielleicht ist es eine ver-blaẞte Erinnerung an die Fricke, welche auch in deutschen Sagen, die sich auf diesenTag beziehen, wiederkehrt. Am Karfreitag zeigte sich am Königsstein bei Aarau( Schweiz), die weiße Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau"(= Frühlings- Vegetations- Geist) am liebsten. Drei Jungen sahen sieund erzählen es ihrem Großvater; dieser befahl ihnen, Brosamen auf laubgeflochteneWannen( Opferteller?), mit denen die( Oster-) Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau( Oster-) Wasser aus einem Brunnenholt, zu werfen, dann verwandle sich alles Laub in Gold( durch Versöhnung der Wasser-geister mit Brotopfer)( Kühnau, 23, Die Bedeutung des Brotes).„ Wannen“ oder„ Wannl"heißen in Österreich, Altbayern und Böhmen auch die in wannenförmigen Geschirren ge-backenen Teigformen. Solche Wannen waren früher auch Getreideschwingen. Die Laub-flechtung deutet wohl auf Opferschmuck.
Im Egerland( Böhmen) soll man am Karfreitag kein Brot backenwegen der an diesem Tage besonders großen Hexengefahr; um dieBienenstöcke herum( über Honig siehe oben) soll man Schrotmehlstreuen, dann hat man Glück( John, Sitten, 61). Am Karfreitag gehtder Bilmaz( Bilmiz-) Schneider( Korndämon) um( l. eod., 198). EinStückchen Brot, das am Karfreitag an einem heiligen Schmerzen-kreuze gerieben wurde( Totenbrot), ist in Tirol das Vehikel fürein den sogenannten Viehschelm( Milzbranddämon) vertreibendes
*) In Rumänien ist dieser Tag als Paraskeve( heilige Mutter- Freitag) sogarpersonifiziert( Mannhardt, Wald- und Feldkulte, 184).