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Mutter Erde : ein Versuch über Volksreligion
Entstehung
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Xoóvos. Aber am unmittelbarsten kommt doch bei dem erstengroßen Tragiker Athens zum Ausdruck, was attische Volks-* religion von der Mutter Erde glaubt. In den Choephorenbetet Elektra zu den Mächten der Tiefe, insbesondere zur Erde( v. 128f.):

καὶ Γαῖαν αὐτήν, τὰ πάντα τίκτεταιθρέψασα τ' αὖθις τῶνδε κῦμα λαμβάνει.

Man muß jedes griechische Wort beachten, vor allem xμα= xúnua, das den Keim, die Frucht im Mutterleibe bezeichnet;die Erde gebiert alles und nimmt von allem wieder den Keimzu neuer Geburt; das ist deutlich gesagt. Darauf gießt Elektradie Spende und ruft den Vater. Am Schlusse des Gebetesstehen diese Worte( 148ff.):

ἡμῖν δὲ πομπὸς ἴσθι τῶν ἐσθλῶν ἄνω

σὺν θεοῖσι καὶ Γῇ καὶ Δίκῃ νικηφόρῳ.τοιαῖσδ᾽ ἐπ᾿ εὐχαῖς τάσδ' ἐπισπένδω χοάς.

In den Schutzflehenden tönt uns das wiederholte Gebetdes Chores( 890 ff., 899 ff.)

وو

μᾶ Γα, μᾶ Γα, βόαν

φοβερὸν ἀπότρεπε,

βᾶ, Γᾶς παῖ, Ζεῦ

entgegen wie ein Klang aus geheimnisvoller Tiefe einer Religion,die nicht mehr im Lichte des Tages den herrschenden Tonangibt. Es sind Worte der primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Sprache ,,, Lallformen"für ,, Mutter" und", Vater", wie man mit Recht erklärt hat2:es sind auch Lallformen primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Religion. Sie erfindet keinDichter: das attische Volk kannte solch Gebet. In den Siebengegen Theben, namentlich im Anfang, tritt die Anschauunggerade von der Menschenmutter Erde durchaus unmittelbarund selbstverständlich immer wieder hervor. Alle sollen helfen

1 Aristoteles' Anv. Tolit. c. 12.

2 P. Kretschmer Wiener Studien XXIV 1902, 525.