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Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographische Verbreitung in der Vergangenheit und Gegenwart
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Fellboote und Schwimmsäcke und ihre geographische Verbreitung in der Vergangenheit u. Gegenwart. 181

ring sindquer über das Verdeck mehrereRiemen gespannt, unter welche Wurfbrett, Har-punen, Messer usw. geschoben werden. Anden Seiten hängen Leinen zum Bugsieren vonerlegten Seehunden, Wallrossen usw., und dichtvor dem Kajakring liegt die Harpunenleine,

An den

meist auf einem besonderen Gestell.beiden Enden des Kajaks sind öfters Schienenaus Walfischrippen aufgelegt, damit der Fell-bezug nicht so leicht von Steinen oder Eis-schollen durchgeschnitten wird."

Fellboote vom Typus 2 und 3 besitzenalso in Amerika die Aleuten, die Alaska-eskimos Glossary ::: show glossary-entry eskimos, die Mackenzieeskimos Glossary ::: show glossary-entry  Mackenzieeskimos, die Zen-traleskimos Glossary ::: show glossary-entry traleskimos, die Labradoreskimos Glossary ::: show glossary-entry  Labradoreskimos und dieGrönlandeskimos Glossary ::: show glossary-entry Grönlandeskimos.

Die Aleuten besitzen beiderlei Arten vonFellbooten( Typus 2 und 3). Nach Nelson 1)gibt es auf den Aleuten Kajaks mit zweibis drei Einstiegöffnungen, die aber aufrussische Anregung entstanden sind, sich auchin dem benachbarten Teil von Alaska verbreitethaben, in den meisten Fällen aber nicht vonden Eingeborenen, sondern bloß von den Weißenbenutzt werden. Nach Murdoch 2) sind dieUmiaks der Alëuten durch russischen Ein-fluß so stark modifiziert, daß sie schwer alsUmiaks zu erkennen sind.

Nach Bancroft 3) werden die Fellboote inAlaska sowohl im Innern als auch an derKüste südwärts vom Mount Elias allmählichinfolge des Einflusses der Weißen durch hölzerneBoote verdrängt. Nach Nelson( ebenda) be-sitzen die Alaskaeskimos Glossary ::: show glossary-entry  Alaskaeskimos von der St. Lawrence-insel keine Kajaks. Nach Murdoch( eben-da) trifft man bei den Alaskaeskimos Glossary ::: show glossary-entry  Alaskaeskimos in derUmgebung von Point Barrow Umiaks, dieaus Seehunds-, Walroß- oder in selteneren Fällenaus Eisbärenhaut hergestellt sind. Bei dieserGruppe von Eskimos Glossary ::: show glossary-entry  Eskimos wird der Umiak von denMännern, im Verhältnis zum Kajak, viel mehr

¹) Edward Nelson, The Eskimo Glossary ::: show glossary-entry  Eskimo aboutBeringstrait", im 18. Ann. Rep. of the Bureau ofEthnology, S. 216 ff. Washington 1899.

2) J. Murdoch, Ethnographical results ofthe Point Barrow- Expedition", im 9. Ann. Rep.of the Bureau of Ethnology, S. 340 ff. Washington 1892.3) Hubert Howe Bancroft," The native racesof the pacific states of North America". Bd. I,S. 59 ff.( 5 Bde.). Leipzig 1875.

benutzt, als beispielsweise in Grönland. Dortwird bekanntlich der Umiak auch vielfach vonFrauen gebraucht, daher der dänische Ausdruck,, Frauenboot" dafür. In Port Clarence gibtes nach Murdoch( 1. c.) auch Kajaks mit zweiÖffnungen für zwei Personen. Die Alaska-eskimos Glossary ::: show glossary-entry eskimos in der Umgebung der Beringstraßehaben nach Nelson( 1. c.) oft an ihren KajaksMalereien, welche mythologische Tiere darstellen.Besonders häufig sieht man an den Kajaksdieser Region am hinteren Ende ein kreisrundesOrnament eingeschnitten.

Nach Boas¹) ist es an den Kajaks derZentraleskimos Glossary ::: show glossary-entry Zentraleskimos von der Westküste derHudsonbai auffällig, daß sie viel leichter sindals die Kajaks in Grönland.

Nach Bessels 2) besitzen die Smithsund-eskimos Glossary ::: show glossary-entry eskimos keine Kajaks, wie uns Boas 3) mit-teilt. Murdoch( 1. c.) hingegen berichtet, daßdie Smithsundeskimos Glossary ::: show glossary-entry  Smithsundeskimos überhaupt keineBoote haben. Wegen der beinahe immer-währenden Vereisung dieser Gegenden ist dieswohl möglich. Jedenfalls geht aus diesenbeiden Angaben hervor, daß diese Gruppeder Eskimos Glossary ::: show glossary-entry  Eskimos des Kajaks entraten.

Die Grönlandeskimos Glossary ::: show glossary-entry  Grönlandeskimos haben Umiaks undKajaks, sowohl an der West- als auch an derOstküste. Die Kajaks der verschiedenen Küsten-distrikte des dänischen Westgrönland variierenziemlich stark in der Form, wie ich mich 4)selbst überzeugen konnte. Infolgedessen kannein Geübter beim Anblick eines solchen Kajakssicherlich angeben, aus welcher Gegend er

stammt.

Durch Friederici³) erfahren wir, daß sichauch einzelne Indianerstämme Glossary ::: show glossary-entry  Indianerstämme in frühererZeit der Typen 2 und 3 bedient haben, des

1) Franz Boas," The Eskimo Glossary ::: show glossary-entry  Eskimo of Baffinlandand the Hudsonbai", im Bulletin of the Americ.Mus. of Nat. History, Bd. XV, S. 76. Washington 1901.2) Bessels, Amerikanische Nordpol expedi-tion". Leipzig 1874.

3) Franz Boas," The Centraleskimo Glossary ::: show glossary-entry  Centraleskimo", im 6.Ann. Rep. of Bureau of Ethnology, S. 486. Washington

1888.

4) Rudolf Trebitsch, Bei den Eskimos Glossary ::: show glossary-entry  Eskimos inWestgrönland". Berlin, Dietrich Reimer, 1910.

5) Dr. Georg Friederici, Die Schiffahrt derIndianer Glossary ::: show glossary-entry Indianer". Stuttgart, Strecker und Schröder, 1907,Kapitel Fellboote". Friederici bezeichnet nurunseren Typus 2( Umiak) und Typus 3( Kajak) mitdem Namen Fellboot".