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Dr. med. et phil. Rudolf Trebitsch,
bei Jakuten und Türken ein gewöhnliches höl-zernes Boot bezeichne. Sicherlich auch einArgument, das sich unter anderen für RitchiesBehauptungen verwerten läßt.
rutenstöcke von ungefähr 112 m Länge undDaumenstärke. Gekreuzt werden sie durch sechsdünnere, quer über der Mitte und über denEnden der ersteren verlaufende Ruten. Zwi-schen den Längsstäben sind noch je zwei, sichzweimal kreuzende, bogenförmig verlaufendeRuten angebracht. Sämtliche Bestandteile sindmittels Bast aneinander befestigt,ebenso auch die drei bis vier an denSeitenrändern des Gerüstes unter-gelegten aufgeblasenen Ziegen-häute. Sie werden an ihrem Hals-teile durch Bast zusammengebunden.
Fig. 4.
Aus allerletzter Zeit stammt eine MitteilungDavid Mac Ritchies ¹), derzufolge sich imMuseum des Marishal- College von Aberdeenein Kajak befindet, der nach derÜberlieferung von einem von La-brador herübergekommenen India-ner Glossar ::: zum Glossareintrag ner stamme. Sollten wir es nichtauch hier mit einem Boot eines,, Finnman" zu tun haben?
von
Es ist also ganz ungewiß,ob in Skandinavien Fellbooteden Skandinaviern ge-braucht, aber nunmehr ganzsicher, daß sie von dort leben-den Lappen Glossar ::: zum Glossareintrag Lappen sowie auch vonSamojeden im nordöstlichenRußland benutzt wurden. In beiden Fäl-len war es Typus 3.
Das dem Passagier dienende Ge-rüstboot wird nun noch durch Ty-pus 5 ergänzt, auch eine aufgebla-sene, an ihrem Halsteile mit Bastzusammengebundene Ziegenhaut.Sie dient dem Fährmann, der, aufihr liegend( sie ist seinem Leibevorgebunden), schwimmend oder watend das Fahr-zeug von vorne oder rückwärts durch Stoẞen diri-giert. Auch der Passagier liegt mit bäuchlingsvorgebundener Ziegenhaut auf der Fähre( Fig. 5).
Gerüst der Ziegenhautfährevom Drin.( Nach Träger.)
In einem räumlich weit entfernten, aberebenfalls infolge seiner wirtschaftlichen Rück-ständigkeit und geographischenAbgeschlossenheit recht altertüm-lich gebliebenen Teile Europas,in Albanien, finden wir nachP. Träger 2) Schiffsfahrzeuge, dieaus einer kombinierten Anwendungvon Typus 4 und 5 bestehen.
Unser Gewährsmann nenntdieses Objekt„ Ziegenhaut-fähre".
Typus 4, also unser Gerüst-boot, ist in diesem Falle ausWeidenruten oder Schilf her-gestellt. Den Hauptbestandteil( Fig. 4) eines von P. Trägergenau beschriebenen Stückes bil-den senkrecht verlaufende Weiden-
¹) D. Mac Ritchie ,, Der Kajakim nördlichen Europa, II", inPetermanns Mitteilungen, 57. Jahrg.,1911, Dezemberheft.
P. Träger,„ Schiffsfahr-zeuge in Albanien und Make-donien", im Korrespondenzbl. d. Deut-schen Anthropol. Gesellschaft, Nr. 4und 5, 1904.
Fig. 5.
Ziegenhautfähre bei Skóina in Albanien.( Nach Träger.)