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Dalmatien und seine Volkskunst : Muster und Kunsttechniken aus altem Volks- u. Kirchengebrauch ; Spitzen, Stickarbeit, Teppichweberei, Schmuck, Trachten u. Gebrauchgegenstände der Dalmatiner
Entstehung
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Geschnitzte Truhe. Kohlenbecken mit langem Stiel( gleichzeitig Bettwärmer und Bügeleisen).

Dalmatinische Gefäße.

Kollektion Leo von Littrow, Abbazia.

fast ausschließlich nach Dalmatien bringt.Die neuen Kunstgewerbeschulen werdendiese Verhältnisse bessern; bis jetzt bezogjedes Brautpaar seine Möbel aus Triest,Wien oder Agram.

Die Küchen, deren offene Feuer-stellen mit einem zierlichen Vorhangstreifenumgeben sind, und prächtige alte Geräteals Gesimsschmuck tragen, sind meist eineQuelle des Entzückens für den Sammler.Kaffeegeräte und Mörser in türkisch- bos-nischen, Lampen in römischen und alt-griechischen Formen, prächtig modelliertesund graviertes Kupfergeschirr, hochinter-essantes Steinzeug in klassischen und Ur-weltsformen, merkwürdig bemalte Krügeund kupferne Kohlenbecken mit langemStiel, die gleichzeitig als Ofen, Bettwärmerund- Bügeleisen dienen müssen, Körbevon seltsam hübschen Formen, Geflechte ausunbekanntem Pflanzenmaterial. InArbe, dessen Bürgerhäuser oftmals vonReinlichkeit glänzen, gibt es Küchen, diewahre Museen sind. Leider wurde es imletzten Augenblick unmöglich, gerade sol-

uns

ches Material für dieses Buch zusammenzustellen, bis auf Weniges. Aus der schönen Sammlung von Leo von Littrow sind nament-lich die sehr seltenen Heiligenkrüge und Majolikateller wertvoll. Man glaubt jetzt, daß derartiges in Dalmatien importiert wordensei, aus Italien, sagen die Wiener und Italiener, aus Bosnien, meinen die Slawen; jedenfalls sind die Ornamente slawisch, eine be-stimmte auswärtige Provenienz ist durchaus nicht festzustellen, die Verbreitung in Dalmatien allgemein. So könnte man immer-hin an Volkskunst in dem Sinne denken, daß, den Mustern nach vor etwa zweihundert Jahren, ein seither ausgestorbenerProduktionsherd existiert haben könnte und verschwunden ist; denn in Zelovo bei Sinj, in Otisić bei Verlika( Seite 7, Markt-bild), in Imocki gibt es ausgezeichnete Ton- und Steinzeugwaren, die alle Märkte versorgen, und die Formen, auch der gemeinstenTöpferware, sind immer auserlesen, die Farben fein.

In den dalmatinischen Apotheken findet man wundervolle keramische Arzneibüchseneinrichtungen, ein Kunstgenuẞ,dem Reisende dort überall nachgehen können; so die herrlich weiß- blauen Apothekenbüchsen mit Metallfassung bei A. Sarićin Ragusa. Doch sind speziell diese letzten italienische Provenienz, wahrscheinlich auch viele andere, oder doch aus demKüstenland, das vor alter Zeit Majoliken produziert haben soll, wie erzählt wird. Ob und wo in Dalmatien bemalte und gla-sierte Keramik gemacht worden ist, läßt sich bei einer derartigen, oftmals an der Person eines einzigen geschickten Glasurmalers hängenden Produktion heute nicht nachweisen, obschon alle Möglichkeiten dafür sprechen würden; wenigstens wurdenschon unter den illyrischen Königen Gefäße in griechischer Art bemalt, sie blieben jedoch, wie alle figurale Darstellung inDalmatien, hinter ihren Vorbildern weit zurück, weil für akademisch künstlerische Ausbildung dort eben keine Gelegenheitist, und alles nicht Ornamentale ganz und gar autodidaktisch ist.

Die offenen Feuerstellen auch in den besseren Häusern gebräuchlich( nur daß in diesen als Untergrund deroffenen Feuerfläche sich jetzt ein regulärer Sparherd befindet) haben schmiedeeiserne Feuerhunde für den landesüblichen

Geschnitzte Truhe.Kollektion Leo von Littrow, Abbazia.

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Spießbraten und Topfuntersetzer von in-teressanten Formen; sogar die Ketten undHaken, an denen die Töpfe über der Gluthängen, sind von eigens scharf umrissenen,guten Formen, Stil von A bis Z.- Kurz-um, alles, was die Hand des dalmatinischenArbeiters macht, leuchtet geradezu aus derÖde des jetztzeitlichen importierten Aller-weltshausrates und der ganzen, ungeheurenLebensprimitivität Glossar ::: zum Glossareintrag Lebensprimitivität wie lauter Edelsteine

hervor.

Lampen.

Auf Tafel 66 ist eine Serie tech-nisch primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver, künstlerisch ungemeinreizvoller Beleuchtungsgegenstände zu-sammengestellt, deren Gebrauch man keines-

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