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Beiträge zur bretonischen Volkskunde : Erläuterungen zur bretonischen Sammlung des k. k. Museums für österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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denn was auf einem solchen Pferde gewärmt oder warm gehaltenwerden konnte, ist mir nicht recht verständlich. Das wichtigste Arbeits-gerät des Hafners ist hier wie überall das Töpferrad, bei dem dieVerbindung der oberen und unteren Scheibe noch in sehr primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiverWeise mittels hölzerner Speichen erfolgt; auch die geringe Höhedes Gerätes, die zirka 40-50 cm betragen dürfte, ist ein Beweis fürseine Altertümlichkeit.

Die Majoliken, die man in den bretonischen Wohnstubenantrifft, stammen, wie gesagt, aus Quimper, das offenbar in Anlehnungan die Fabrikation von Rouen die Fayence industrie im 18. Jahrhundertaufnahm. Die Erzeugnisse sind mannigfacher Art. Neben Servicesmit Blumenstreumustern, Rosenmalerei und dergleichen begegnenuns Teller und Schüsseln mit blauen Landschatten in Delfter Manier,ferner solche mit Anspielungen auf politische Ereignisse, vor allemdie französische Revolution, zum Beispiel der gallische Hahn, aufeiner Kanone stehend, mit der Unterschrift:» Vive la république«<, einTrommler mit Unterschrift:» Aux armes citoyens«<, Darstellungender drei Stände und ähnliches. Derlei politische Sujets sind der Volks-kunst sonst im allgemeinen fremd, es darf vielleicht auch hier anDelfter Einfluß gedacht werden. Neben derlei Tellern und gewöhnlichenMajolikakrügen von stereotyper Form mit aufgemalten Inschriftenund dergleichen dienten dem Bedarfe des bäuerlichen Haushalteshauptsächlich Weihbrunnen mit Darstellungen der Maria mit demKinde, des Kruzifixus, des Marterkreuzes und dergleichen, meist inrecht unbeholfener Manier bemalt, wobei sich oft eine auffällige Überein-stimmung mit mitteleuropäischen Erzeugnissen, namentlich denGmundner Fayencen, einstellt.

Der Vollständigkeit halber seien noch mit Stahlstichen in englischerManier bedruckte und nachher bemalte Majolikateller mit der MarkeLL und T Montav( on?) genannt, die gleichfalls zum Ausputze derStube dienen, auf originellen Kunstwert aber keinen Anspruch haben.Großer Beliebtheit erfreuten sich anscheinend auch Tintenzeugein Herzform, ferner Madonnenfiguren von stereotyper Form. Die Artder Farbengebung erinnert sehr häufig an oberitalienische Erzeugnisse,andererseits ist aber auch Delfter Einfluß unverkennbar.

Von Arbeitsgeräten im bretonischen Hause seien hier einigewenige auf die Bereitung des Flachses bezügliche genannt. Die Riffelweichen von den mitteleuropäischen Typen insofern ab, als die Zähnenicht mittel-, sondern endständig auf der Unterlage angebracht sind;die Rockenstäbe sind ganz einfach und selbst bei zeremonieller Ver-wendung kaum wesentlich verziert; in der Bretagne ist es nämlichBrauch, aus Anlaß der Hochzeit für die junge Frau in der Kirche einenmit Flachs und Bändern reich aufgeputzten Brautspinnrocken zuweihen; es ist auch dies ein nur mit ganz spärlicher Ritzornamentikverzierter Rohrstab. Die Spindeln( gwerzid) sind in der Regel aus