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Beiträge zur bretonischen Volkskunde : Erläuterungen zur bretonischen Sammlung des k. k. Museums für österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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war, aus Schalen, noch nicht aber von Tellern zu essen. Dies war inFrankreich noch im 12. Jahrhundert allgemeiner Gebrauch auch beifürstlichen Gastmahlen; je zwei der Gäste aẞen hier aus einer Schale;erst seit jener Zeit werden Teller in zunehmendem Maße üblich, umin Form von Holztellern auch im bäuerlichen Haushalte die Eẞschalenzu verdrängen. ¹) Insofern ist es ein sehr primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Zug des breto-nischen Lebens, daß man beim gemeinsamen Mahle noch immer ausSchalen iẞt; in den Alpenländern weisen die aus Holz gedrehtenNockenschüsseln der Tiroler Holzknechte, die bemalten Holzschalenaus der Viechtau bei Gmunden und endlich die an sehr altertümlicheTraditionen anknüpfenden tönernen Godenschalen gleichfalls nochdeutlich auf diesen Brauch hin. Es wäre nun eben mit Bezug aufdie Gestaltung der frühesten Tische möglich, daß das Einstellen vonEßschalen in die Vertiefungen, wie es bei den Bretonen üblich ist,erst sekundär erfolgte, daß dagegen die Vertiefungen im Tischgleichsam als das bäuerliche Surrogat für die Schalen schon in jenemZeitpunkt» erfunden« wurden, als man vom Essen auf der bloßenTischplatte zum Essen aus Schalen überging. Insofern würde dieGepflogenheit, direkt aus den Vertiefungen zu essen, wie dies in derSchweiz der Fall ist, eine ältere Stufe der Benützung darstellen undder Gebrauch von Tischen mit schalenförmigen Vertiefungen dem-gemäß in eine sehr frühe Zeit zurückreichen. Andererseits wäre aberauch ein Zusammenhang mit den schalenförmigen Vertiefungen vonOpfersteinen ins Auge zu fassen; der Parallelismus der Erscheinungenist zweifellos vorhanden.

Als Sitzmöbel finden wir im bretonischen Hause lange roheSitzbänke rings um den Tisch; man benützt ferner auch>> Stockerln«<,das heißt Sitze ohne Rückenlehne, und kennt endlich auch eine AnzahlSesseltypen von unzweifelhaft bürgerlicher Herkunft. Auch hier hatsich der Armstuhl, in derb bäuerlicher Manier umgemodelt, ein-gebürgert, auch feinere Stühle nach Art der englischen Möbel zuBeginn des 19. Jahrhundertes kommen vor.

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Von sonstigen Einrichtungsgegenständen gewahren wir nochüber dem Tisch einen runden, verkehrt aufgehängten Korb( Taf. I,Fig. 7), der über den auf dem Tisch liegenden Brotlaib herabgelassenwerden kann, ferner eine Löffelhänge( Taf. IV, Fig. 3)( Kased- loaiouim Dialekt von Tréguier, von loa, plur. loayou Löffel), eine rechtoriginelle Aufhänge vorrichtung; ihr bis zu einem gewissen Gradeähnlich ist ein Spindelhälter, bei dem die mit dem gedrehten Fadenbewickelten Spindeln gleichfalls von oben in eine durchlöcherteScheibe eingesteckt werden. Soviel aus einer Photographie einerbretonischen Wohnstube ersehen werden kann, handelt es sich gleich-falls um eine hängend angebrachte Scheibe für diesen Zweck; in denHäusern Nordbosniens, im Savegebiet, verwendet man zum Einstecken

1) M. Viollet- le- Duc:" Dictionnaire raisonné du mobilier français", Paris, II., S. 95.Zeitschrift für österr. Volkskunde. XVIII. Suppl.- H. VIII.

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