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Beiträge zur bretonischen Volkskunde : Erläuterungen zur bretonischen Sammlung des k. k. Museums für österreichische Volkskunde in Wien
Entstehung
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Karpathen an ¹); einen noch primitiveren Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiveren Eindruck aber macht derTisch, von dem wir die umstehende Abbildung bringen( Fig. 3), Dasganze Möbel besteht aus einem auf vier prismatische Füße gesetztenEichenklotz, in dessen obere Fläche Vertiefungen wahrscheinlichzum Hineinstellen von Eẞschalen angebracht sind. Außerdem sehenwir an der oberen Kante quere Einschnitte zum Einstecken der Holz-löffel, die zu diesem Zwecke ein abgeflachtes Griffende aufweisen;endlich findet sich in der Nähe der einen Schmalseite ein Loch zumEinstecken der Kerze. Nun liegen leider keine Anhaltspunkte wederfür das Alter des Stückes noch für das des Typus an sich vor. Diestark fortgeschrittene Verwitterung des so widerstandsfähigen Eichen-holzes läßt allerdings darauf schließen, daß der Tisch als solchermindestens 400 bis 500 Jahre alt ist, besonders wenn man bedenkt,daß er ständig im geschlossenen Wohnraum untergebracht war. Wiealt ist nun aber der Typus? Mir ist nur eine Parallele zu diesembretonischen Möbel bekanntgeworden; sie bezieht sich auf den Tischin der Alten Küche des Züricher Museums. Auf mein Ersuchen hatmir Herr Vizedirektor Zempp in der freundlichsten Weise nähereAngaben über das betreffende Stück zur Verfügung gestellt. Der Tischdes Züricher Museums stammt aus dem Kanton Wallis und gehört seinemStil nach ins 18. Jahrhundert.» Es wird von ganz glaubwürdiger Seiteüberliefert, daß in gewissen Gegenden, so im Entlebuch im KantonLuzern, tatsächlich in armen Bauernfamilien aus solchen Vertiefungendes Tisches gegessen wurde. Ob nun die Vertiefungen im Tische desLandesmuseums wirklich alt sind oder erst nachträglich angebrachtwurden, um das Stück interessanter zu machen, ist heute nicht mehrleicht zu entscheiden.«< An der Schmalseite ist ferner noch ein Lochvorhanden, das möglicherweise zum Hineinstecken von Löffeln gedienthaben mag. Im ganzen haben wir es also mit ganz analogen Ver-hältnissen zu tun wie beim bretonischen Tisch. Allerdings dürftenbei letzterem die Vertiefungen kaum direkt als Speisebehälter benütztworden sein, da sie keinerlei Benützungsspuren, Ansetzen von Krusten,Fett und dergleichen, aufweisen; man dürfte vielmehr stets Holz- undTonschalen, wie sie weiter unten beschrieben werden sollen, in siehineingestellt haben. Es entsteht nun die Frage, wie alt diese an sichso primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive und ursprünglich anmutende Sitte sein kann. Die ältestentischartigen Vorrichtungen nördlich der Alpen waren, wie linguistischeZeugnisse dargetan haben, einfache Speisebretter oder Speiseplattenaus Holz, die man auf niedrige Füße gestellt hatte. 2) Von schüssel-artigen Höhlungen in der Oberfläche ist hier noch nirgends die Rede.Diese können frühestens in jener Zeit entstanden sein, als es üblich1) Vergl. E. Weslowski in der Zeitschrift für österreichische Volkskunde", XII, 1906,S. 55 ff.

2) Vergl. R. Meringer: Die Stellung des bosnischen Hauses und Etymologien zumHausrat, Wien 1901, S. 65 ff.