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ersichtlich, wird es hier mit der Schmalseite an die Wand anstoßendaufgestellt; die Rückwand sieht solchermaßen gegen die Tür hin, siewird beschnitzt und weist in der Regel das Bild der heiligen Jung-frau Glossar ::: zum Glossareintrag frau auf, während die Vorderfront eben die eines simplen Geschirr-schrankes ist. Die Ausschmückung der Rückwand steht zweifelsohnein Zusammenhang mit der Querstellung; warum diese bevorzugtwurde, ist nicht recht klar; vielleicht hat Platzmangel hierzu Anlaẞgeboten.
Was die Namen angeht, so vermögen uns dieselben leider nichtdarauf zu führen, welches die eventuellen Vorfahren dieser Einrich-tungsgegenstände im bretonischen Hause gewesen sein mögen. DieUhr besitzt naturgemäß keinen solchen; der Uhrkasten taucht erstim späten 17. Jahrhundert auf, die hineingestellte Uhr ist oft vonweither importiert; man kann in der Bretagne dieselben Bauernuhrenzu Gesicht bekommen, die in unseren Alpenländern verbreitet sind.Hier nachzuforschen, scheint überflüssig. Eher läßt sich aus den Namenfür den Kasten etwas entnehmen. Armell, arbell entstammt wohl demFranzösischen und dürfte wohl eine Verballhornung von armoiredarstellen.
Die Bezeichnungen» parailher« und» listrier« für das Büfett( letzteres von listri, sing. lestr Gefäß) beziehen sich wohl auf dieUnterbringung von Küchengerät im allgemeinen und werden in diesemSinne sowohl für den Küchenschrank wie für die Löffelhänge(!) ver-wendet. Wahrscheinlich hat man sich eben in früherer Zeit mit derUnterbringung des Hausgerätes auf Stellbrettern an der Wand, aufdem Bord, der rings um den Kaminmantel läuft, und ähnlichen nichtcharakteristisch hervortretenden und gewählten Plätzen begnügt.Kleidungsstücke fanden wohl in den Truhen, dem Aufbewahrungs-möbel katexochen, Platz, soweit man sie nicht an der Wand oderunter der Balkendecke aufhängte.
Kleinere Geräte, Schmuck und dergleichen finden wir, um unsden heutigen Verhältnissen wieder zuzuwenden, in Holzkofferchenin verschieden abgestufter Dimensionierung bis hinauf zu den großenTruhen verwahrt, auch Spanschachteln aus gebogenem Fichtenholzwerden zu diesem Zwecke verwendet. Letztere sind ja auch bei derbäuerlichen Bevölkerung unserer Alpenländer ungemein beliebt unddürften wohl ein Ableger der in den vornehmeren Haushaltungen des16. und 17. Jahrhundertes gebräuchlichen Wismutkästchen sein; ihreBemalung zeigt in Farbe und Motiven deutliche Anklänge an dieVerzierung dieser letzteren.
Als zum Wohnhausrat gehörig sind noch zu bezeichnen dieWiege und die Kindergehschule. Die Wiege in der Sammlungdes Museums, aus Eichenholz gefertigt, zeigt in der Art der Aus-schmückung, vor allem der Verzierung mit Messingnägeln, engeVerwandtschaft mit dem zweistöckigen Bett( siehe oben S. 11) und