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Die ethnographische Abteilung des ungarischen Nationalmuseums in Budapest
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Urania

allerlei bei der Kultur der Rebe verwendeteScheren und Messer hat der emsige Sammler nicht ver-gessen.

Unter den Küchengeräten erblicken wir Pfannroste,Holzroste, Kessel und dergleichen, wie wir sie in kleinenVarianten auch im übrigen Europa finden. Die Beleuch-tungsgerätschaften zeigen ebenfalls vielerlei, auch vonanderen Gebieten her, Bekanntes. Auffallend sind Kienspanhälter, die von der Decke herabhängen und, derHauptsache nach, aus einem Ast mit zwei oder vierZweigen bestehen, die, im Halbkreis oder Kreis angeordnet,zum festhalten der Fackeln dienen. Jm bäuerlichen Haushalt in Ungarn werden die Kerzen noch, wie auch ander

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umgebenden Komitaten, im Alföld, in einigen darangrenzenden nördlichen Komitaten und in der Gegend von:Udvarhely in Siebenbürgen vor.

Der Weberet ist ein eigener Raum gewidmet,wo alles aufgestapelt ist, was hieher gehört. Brecheln( zumBrechen und Geschmeidigmachen der Hanf- und Leinfasern)aller Arten machen den Anfang. Eine aus ganz roh zube-hauenen Klötzen zusammengesetzte form, die ausgestellt ist,scheint das Urbild aller Instrumente dieser Art zu sein. Woll-fämme und Spinnrocken, respektive Spinnstäbe, kennzeichnenden Beginn der Verwertung dieses Produktes. Spinnrockensehen wir auch hier in ihrer primitivsten Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivsten form: 1. alsbloße Stäbe, 2. als Stäbe, von denen im rechten Winkel

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Abbild. 3. Siebenbürger( Szekler) Bauernstube mit Garnwinde.

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wärts, vielfach von den Landleuten selbst erzeugt. DasWachs wird dazu aus Tongefäßen, die oftmals wie inder Prähistorie bloß mit einer Graphitschichte überzogensind, also schwarz erscheinen, in die Kerzenformenaus Blei gegossen. In den größtenteils in Nebenräumenausgestellten Interieurs können wir die TrachtenTransleithaniens studieren. Schafpelz, weite, weißeLeinenhosen, sowie der hemd- oder mantelartige Rock( Szür) charakterisieren hauptsächlich den Magyaren. Dieses Szür" scheint auf persische Vorbilder zurückzugehen. Vielbunter im allgemeinen und mit mehr Verwendung grellgefärbter Stickereien tritt das Slawentum der Länder derStefanskrone auf. Auch in der Haartracht waren bisvor kurzem scheinbare Hinweise auf Asien vorhanden;wir sehen, in Wachs nachgebildet, Männer, mit einem,auch zwei Zöpfen. Langes, wallendes Haar, wie wir esvielfach bei unkultivierten Völkern antreffen, finden wirauch hier. Man vermutet, daß Szekler Soldaten dieseFrisuren zur Zeit der französischen Revolution aus Frank-reich importierten. Sie fanden sich in den den Plattensee

ein Holzstück abgeht, auf das der arbeitende Mensch seinenFuß setzt und schließlich 3. solche, die ein wirkliches Unter-gestell haben. In der Nähe angebrachte Spindeln wer-den nebenbei bet Benützung des Rockens verwendet. ZumAufwickeln der Wolle finden wir da Haspeln und Weifenverschiedener Konstruktion. Eine, die durch Regenschirm-form auffällt, erinnert an ein gleiches Eremplar ausdem Baskenland. Webstühle, Webeschiffchen, Webeschwerteru. dergl. ergänzen das Bild, das wir uns von dieser länd-lichen Beschäftigung machen können.

Eine andere Tätigkeit hat in Ungarn von jeher einegroße Rolle gespielt: Es ist dies die Lederbearbei-tung; sehen wir doch vielfach an der Tracht Lederappli-kation und auch Ledergürtel. Eine Ecke eines Saales ent-hält alles, was die primitivste Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivste bäuerliche Gerberei alsHandwerkszeug benützt. Da fällt uns sofort eine Bankauf, auf der der Bauer sich im Reitsitz niederläßt, um sodas Tierfell an einem vor ihm angebrachten sichelartigenMesser vorüberzuziehen und es so von Haaren zu befreien,,, pälen", wie der technische Ausdruck lautet. Eine solche