Wilhelm Landsmann. Die Alltagstracht macht sich auf den Tiroler Bildernvon Anton Velim wie von Illy Kjäer geltend.
Das Porträt eines Südtiroler Bauern mit seinem mächtigen Blechblasinstrumentvon Illy Kjäer erinnert an die Volksmusik, das Dreifigurenbild der„ Nikolo-buben" von Rudolf Pleban an das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum. Es kommen schon in diesemHauptsaal so ziemlich alle Bundesländer in Bildern zur Geltung, in den zweiNebensälen ist darauf noch besonderer Wert gelegt. Im ersten dieser Säledominiert die lange Reihe von großen, farbstarken Ölkreidezeichnungen vonLiesl Freiinger- Wohlfarth, die seit vielen Jahren für das Museum künstlerischeBauernhausaufnahmen durchgeführt hat. Eine eigene Landkarte weist daraufhin, wie sie das Land vom Burgenland im Osten bis zum Bregenzerwald imWesten durchreist hat, und eindrucksvolle Bilder von altartigen Häusern,Stadeln, Kastenspeichern, Weinbergzeichen usw. dabei schaffen konnte. EinGegenstück für Innerösterreich bedeuten bis zu einem gewissen Grad dieGraphiken von Emmy Singer- Hießleitner im zweiten Saal, die besonders inSteiermark, aber auch in Kärnten und in Salzburg gezeichnet hat, wovon hiereine Auswahl des bedeutenden, vom Museum erworbenen Bilderschatzes einegewisse Vorstellung verleiht. Bei der bildlichen Darstellung des Volkes inÖsterreich wurde auf Wien nicht vergessen. Einprägsame Bilder von LeopoldHauer, von Wolfgang Schönthal und anderen zeigen Typen und Gestaltenaus dem Wien unserer Zeit.
Sie sind damit bewußt neben die zahlreichen künstlerischen Darstellungen ausden anderen Bundesländern gestellt, von denen die zahlreichen Bilder ausNiederösterreich auf dem linken und aus dem Burgenland auf dem rechtenGang besonders erwähnt werden müssen. Hier konnten vielfach Bilder gezeigtwerden, die von den Künstlern auf besonderen Wunsch und Hinweis derMuseumsleitung geschaffen wurden. So manche volkstümliche Einrichtung,ob es sich nun um improvisierte Tanzböden oder um Schalensteine handelt,waren und sind ja den Künstlern nicht so ohne weiteres als darstellungs-würdig geläufig, Hinweise in dieser Richtung sind oft dankbar aufgenommenworden, und der Schatz an künstlerischen Darstellungen volkskundlich be-deutsamer Gegenstände hat sich so am ehesten vermehren lassen.Der Motivbestand der hier gezeigten Bilder, von den Künstlern größtenteilsohne Anleitung von wissenschaftlicher Seite her erfaßt, läßt sich nicht leichtaufgliedern. Auf dem Gebiet der Bilder von bäuerlichen Siedlungen fallendie offenbar stark empfundenen Unterschiede zwischen der Einzelhof- undder Dorfsiedlung auf, die für die alpenländischen Teile Österreichs einerseits,für die donauländischen andererseits so bezeichnend sind. Aber auch diesekundären Einzelhoftypen im Wald- wie im Mühlviertel kommen zur Gel-tung. Die Verbindung des arbeitenden wie des feiernden ländlichen Men-schen zur Siedlung kommen schon hier zur Geltung, bei dem merkwürdigen„ Maifest" von Josef Storch etwa für Tamsweg oder bei der Darstellung der„ Prozession" in einem niederösterreichischen Dorf von Oskar Hasenhuth.
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