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Seit Adam und Eva : Liebe, Hochzeit und Ehe in der österreichischen Volkskunst
Entstehung
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da sowohl die Wallfahrtsvolkskunde wie die volkstümliche Heiligen-verehrung im Ursulinenkloster wie im Hauptgebäude schon sehr aus-giebig zur Schaustellung gelangt waren. Unter den Gruppen der welt-lichen Volkskultur bot sich das Lebensbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Lebensbrauchtum" als amumfangreichsten und auch am ehesten darstellbar an. Aus den reichenBeständen des verhältnismäßig wenig aufgearbeiteten Lebensbrauch-tums Glossar ::: zum Glossareintrag tums konnte zunächst weder das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum um Geburt und Taufe nochdas Totenbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Totenbrauchtum in wirklich schaubarer Weise herausgegriffen wer-den. Es bot sich den Beständen nach vielmehr die zentrale Gruppe desBrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtums und der Volkskunst um Liebe, Hochzeit undEhe an).

Nun sind wohl so viele Gegenstände der alten Volkskunst, vor allemMöbel, aus Anlaß der Hochzeit gemacht worden, und mit hochzeitlichenMotiven bemalt und beschnitzt, daß sich praktisch in jeder Abteilungdes Hauses derartige Stücke finden 5). Sie sind nicht der Hauptaufstellungentnommen worden, sondern hier galt es, die sonst nicht gezeigten Be-stände einem innerlich sinnvollen Ablauf nach zusammenzustellen. Umdas Thema der Volkskunstmotivik nach entsprechend einzuleiten, wurdedie erste Vitrine Und der Adam hat Liab aufbracht", nach dembekannten steirischen Vierzeiler betitelt 6), und dort Adam- und Eva-Darstellungen auf spätmittelalterlichen Taufschüsseln, Kacheln derRenaissance, barocken Hafner- Meisterkrügen und biedermeierlichenHinterglasbildern zusammen mit den alten Rissen", den Vor-zeichnungen dazu- untergebracht7). Gegenüber hängen die Liebes-und Verlobungszeichen: Vor allem der Handschlag", das rechtlich ver-bindliche Zeichen des Verlöbnisses, das auch auf Spanschachteln, Trink-gläsern usw. immer wiederkehrt 8), und dann die schön gestaltetenLiebesbriefe. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert sind sehr vielesolche gefaltet- geschnittene Briefe mit acht oder sechzehn Herzen bemaltund beschrieben worden, hier kommen diese sehr vergänglichen Zeug-nisse alter Liebe einmal zur Geltung 9).

Die acht Strophen des Textes in den acht großen Herzen eines solchenLiebesbriefes aus Oberösterreich, wohl um 1800 geschrieben, lauten:

4) Eugen Fehrle, Deutsche Hochzeitsbräuche(= Volksart undBrauch, o. Nr.), Jena 1937. Dort auch die ältere Literatur.

5) Leopold Schmidt, Bauernmöbel aus Süddeutschland, Öster-reich und der Schweiz. Wien 1967.

6) Verbreitete Vierzeilerkette, deren erstes Gesätz gleich drei alt-.testamentliche Personen zusammenstellt:

Und der Adam hat Liab aufbracht,

Und der Noah den Wein,

Und der David dös Zithernschlagen,s'müassen Steirer gwe'n sein!

7) Vgl. Lutz Röhrich, Adam und Eva. Das erste Menschenpaar inVolkskunst und Volksdichtung. Stuttgart 1968.

8) Eberhard Freiherr von Künßberg, Rechtsbrauch_( in:Handbuch der deutschen Volkskunde, hg. Wilhelm Peßler, Bd. II, Pots-dam 1938, S. 313, Abb. 293).

9) Oskar Moser, Es steht auf sechzehn zierlich geschriebenenHerzen. Ein gereimter Liebesbrief aus der Zeit des Biedermeier( Fest-schrift für Gotbert Moro. Klagenfurt 1962. S. 266 ff.).

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