SCHAUPLATZ 5: VOLKSMUSIKINSTRUMENTE
( ALTE AUFSTELLUNG)
Zur Darstellung der Volksmusik der Donau- und Alpenländer werden indiesem Raum Musikinstrumente, von einfachen Lärmgeräten und Signalin-strumenten bis zu- der Kunstmusik nahestehenden Musikanteninstru-menten, ergänzt durch bildliche Zeugnisse, herangezogen.
Die hölzernen Lärm- und Signalgeräte sind zunächst durch die Klappernund Ratschen vertreten, die in Form der Karfreitagsratschen aus demOsterbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Osterbrauchtum bekannt sind. Große Tragratschen und Fahrratschen zeigendie Typen, die Verwendung der kleinen Handratschen bezeugt das Ölge-mälde" Ratschenbuben in Grinzing" von Anton Velim( 1947). Von denMetall- Signalgeräten sind die eisernen" Klempern"( Bauerngongs) aus derObersteiermark besonders hervorzuheben, deren Verbreitung am Neumark-ter Sattel eine Karte dokumentiert.
Die" Schwegelpfeife", ein Instrument der alten Pfeifermusik, hat sich in denAlpenländern infolge des Anteils der älteren Militärmusik lang gehalten. InTirol ist sie als" Schützenschwegel" geläufig geblieben. Die Tradition derSchwegel im Salzkammergut wird durch das Bild der beiden" Pfeiferlbuamvom Grundlsee" und durch eine Pfeiferfigur vom brettergesägten Balkondes( abgebrochenen) Pfeiferhauses( Steinegger- Anwesen) bei Aussee darge-stellt.Weitere Blasinstrumente sind der alpenländischen Hirtenmusik zuzuschrei-ben. Gezeigt werden Beispiele von geraden und krummen" Flatschen", ausHolz geschnitzt und mit Rindenbast umwickelt, ferner posaunenartig ge-wundene Alphörner aus der Schladminger Ramsau. Ein Salzburger Majoli-kakrug zeigt die charakteristische Spielweise des Hirten. Der einfachstenHirtenmusik gehören die blasbaren Widderhörner an, der zauberkräftigenAbwehrmusik die beiden Muschelhörner, als" Wetterhörner" im oberöster-reichischen Mühlviertel wie weiter nördlich in Westböhmen verwendet.
Zu den Musikanten- Holzblasinstrumenten zählen Flöten, Klarinetten undFagotte. Neben einer Schalmei erscheint deren Spielart auf einer gelbenEmpire- Kachel. Die Pfeife einer ländlichen kleinen Orgel ist in der Art derMöbelmalerei dekoriert( Mariazeller Gnadenbild). Einige Majolikakrüge ausNiederösterreich und Mähren zeigen Darstellungen von Flöten- und Dudel-sackspielern, eine Grödner Schnitzerei( Tintenfaß mit Hirtenidyll) einenschalmeiblasenden Hirten.
Mittelvitrinen enthalten Beispiele von geschlagenen und gezupften Saitenin-strumenten, einerseits Hackbretter in 3 Beispielen vom 16. bis 18. Jahrhun-dert samt einem Pariser Kupferstich der Marie- Antoinette- Zeit mit einermodischen Schäferin als Hackbrettspielerin und andererseits verschiedeneZitherformen, darunter eine Bergmanns- Zither mit Doppeladler. Eine zeit-genössische kolorierte Lithographie zeigt Kaiser Franz Joseph I. und Kaise-rin Elisabeth im Kahn auf einem bayerischen See, den am Steuer sitzenden
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