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2 (1986) Papiertheater : eine Sonderausstellung aus Wiener Sammlungen. 2 / Ferdinand Raimund und das Wiener Theater seiner Zeit im Spiegel des Papiertheaters
Entstehung
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von Granada". Es ist interessant dabei festzustellen, daß sie alle amTheater in der Josefstadt zur Aufführung gelangten, einige sogar andiesem Haus ihre Wiener Erstaufführung oder sogar ihre Urauffüh-rung erlebten, wie etwa Zampa, Oberon und Das Nachtlagervon Granada". Sie bestätigen die enge Verbindung des VerlagesTrentsensky zu dieser Bühne, die sich in der fruchtbringenden Zu-sammenarbeit mit den dort wirkenden Bühnenbildnern HermannNeefe und vor allem Theodor Jachimowicz niederschlug. Letzterer istes auch, dem die Trentsenskyschen Dekorationsblätter in Fachkrei-sen ihren guten Ruf zu verdanken haben. An Sprechstücken wurdean den großen Bühnen( Burgtheater, Theater an der Wien, Theater inder Josefstadt) das klassische Repertoire gepflegt, so ⟫WilhelmTell", Die Räuber, Maria Stuart und Hamlet", ja selbst RaupachsRührstück Der Müller und sein Kind" fand 1830 Eingang in dasBurgtheater. Von diesen angeführten Stücken wurden die ersten vierebenfalls von Trentsensky verlegt.

Im zweiten Ausstellungsabschnitt( 8. Mai 1986 bis Ende Septem-ber 1986) werden weitere Szenen aus sieben Stücken gezeigt, die zuRaimunds Zeiten auf den Spielplänen der Wiener Bühnen standen.Von den Opern, Robert der Teufel", Der Freischütz und Die weißeDame" erlebte erstere ebenfalls am Theater in der Josefstadt ihreWiener Erstaufführung. An Sprechstücken der großen Bühnen sindzu nennen Die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau von Orleans"," Götz von Berlichingen" und,, Lumpazivagabundus". Abgesehen von der Weißen Dame" und Ne-stroys Zauberposse sind die übrigen angeführten Opern bzw.Sprechstücke auch im Trentsenskyschen Verlagsprogramm enthal-

ten.

Im Rahmen dieser Ausstellung wurde versucht, aus der Sichtüberwiegend privater Sammlerobjekte einen Einblick in die Entwick-lung, Geschichte und das Wesen des Papiertheaters im europäi-schen Raum zu geben. Schon die Tatsache, daß es allein in Öster-reich und Deutschland fast siebzig Verlage gab, die Papiertheaterherstellten und deren Repertoire über 300(!) Stücke umfaßte, mußzur Erkenntnis führen, daß manches lückenhaft bleiben mußte. Dazukommt noch, daß aus verschiedenen Gründen nur ein kleiner, wennauch charakteristischer Teil dieser Privatsammlungen der Öffentlich-keit vorgestellt werden konnte. Unter diesem Gesichtspunkt kann da-her dieser Beitrag nur als Anregung für spätere detaillierte Unter-suchungen verstanden werden.

Herbert Zwiauer

12 PAPIERTHEATER II