sichten über spezielle Erscheinungen wie die Sensenscheiden oderden einbeinigen Melkschemel haben die Erkenntnis der Sonder-stellung gerade der südtiroler Objekte beträchtlich fördernkönnen. Die laufende Verfolgung aller entsprechenden Literaturin weiterem Umkreis ergab erst die Möglichkeit zur richtigen Ein-ordnung und Wertung der südtiroler Erscheinungen, wie dies vomrein landesmäßig eingeschränkten Beobachtungsstandpunkt wohlnicht möglich wäre. Unsere laufende Arbeit der Kontrolle unsererMuseumsobjekte, ihrer literarischen und bildlichen Veröffent-lichung ergab ja immer wieder, daß manche dieser Gegenständezwar öfter, zumal von Außenstehenden, verwertet worden waren,dies aber keinen sammlungs- oder inventarmäßigen Niederschlaggefunden hatte und dementsprechend auch zu keiner Bereiche-rung hinsichtlich der internen Interpretation der doch im Museumvorhandenen Gegenstände führen konnte. In manchen Fällen,etwa bei der Veröffentlichung schöner Stücke aus dem Museumdurch Helmut Th. Bossert, 1926, oder durch Hans Karlinger, 1938,konnte man den Gewinn anerkennen, daß in derartigen repräsen-tativen Fachwerken eben gerade unsere Objekte herausgestelltwurden. In anderen Fällen handelte es sich um reine Nutznießung,die noch dazu nicht einmal kenntlich gemacht wurde. So brachtenEnno Folkerts und Karl Springenschmid in ihrem Bildband,, Tirol. Volk, Heimat, Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum", Innsbruck 1940, Abbildungenvon nicht weniger als 18 Objekten aus dem Wiener Museum, ohnediese Herkunft auch nur mit einem Wort zu bekunden. Sie über-gaben aber nicht einmal ein Belegexemplar des Buches der Biblio-thek des Museums, die Existenz dieses photographisch gut aus-gestatteten Werkes blieb uns all die Jahre hindurch völlig un-bekannt, wir haben es erst vor kurzem durch Zufall antiquarischangekauft, und dann mit Erstaunen die bildmäßige Verwertungunserer Museumsobjekte feststellen müssen. Heute wird aufjedem unserer, freilich auch erst neu geschaffenen, Kartothek-blätter vermerkt, wo und wann immer ein Gegenstand veröffent-licht wurde oder wird. Innerhalb unseres Verweiskataloges istdies eine Selbstverständlichkeit, erst aus der Verflechtung allerdieser tausende von Eintragungen ergibt sich ja ein Bild derZusammenhänge, in denen nun einmal jeder unserer Gegen-stände steht.
Freilich kommt das alles sehr spät, ein ungeheuer großer Teildieser Arbeit hätte bereits vor Jahrzehnten geleistet werdenmüssen, als die verschiedenen Zusammenhänge örtlicher und per-soneller Art noch etwas mehr bekannt waren. Aber auch hier hatwohl die 1918 erfolgte Abtrennung Südtirols von Österreich läh-
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