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Die Vorhänge wurden um das Bett der Wöchnerin, von der Decke aneigenen Stangen herabhängend, angebracht. damit dieselbe ungestört und ungesehenbleiben konnte. Bemerkenswerth sind in den Mittelstreifen die Frauenfiguren,welche Körbe und Godenschüsseln( Siehe Katalog Nr. 633) mit Esswaren derWöchnerin bringen.
VIII. Kasten( 36-37).
Bauernstickereien und Trachtenfigurinen.
Die Bauernstickereien, der Gegenstand des Hausfleisses der Frauen undMädchen, sowie auch der Männer, erscheinen zum Theile als Bestandtheile derTrachtenstücke an der Kleidung und Leibwäsche, zum anderen Theile als Zierathim Hause an der Tisch- und Bettwäsche sowie im Behange von Hausaltar,Eckkästchen u. s. w. Während die erstere Verwendungsweise in den deutschöster-reichischen Alpenländern fast gänzlich fehlt, indem nur mehr Busentüchlein oderKopftuch der ländlichen Bevölkerung mit Stickerei verziert werden, ist unter denTschechoslawen, Polen und Rutenen die Handstickerei am Costüm und im Hause gleichhäufig, was auch von den Südslawen, Slowenen und Dalmatiner- Serben gilt.
Was die Technik dieser Stickereien betrifft, so ist sie eine überausmannigfaltige und kunstvolle; die grösste Mannigfaltigkeit der schwierigsten Stich-arten herrscht in Mähren und Böhmen. Wie die Motive, die in buntesterCombination zur Verwendung kommen, sind sie traditioneller Besitz der Bauern-bevölkerung und verlieren sich in ihren Anfängen sicher im Dunkel prä-historischer Uebung.
Altar-
Wie die Tracht ist die Stickerei in ihren Besonderheiten aufs Engstemit der ethnographischen Zugehörigkeit ihrer Erzeugerinnen verknüpft. Wennsich dies bezüglich der alpenländischen Stickereiendeckchen, Almtücher, Betteinsätze und Busentücher- nur mehr mit gewissenEinschränkungen darthun lässt( Kärntner und Krainer Arbeiten sind durchbraunrothe Schafwollstickerei und gewisse stilisirte Vogelfiguren charakterisirt),so gilt es noch voll und ganz von den überaus reich entwickelten nord-slawischen Stickereien. Die mährische Hauptgruppe inArbeiten der Slowaken, Hannaken und Wallachen zerfallend weist in Ein-sätzen, Hauben, Kragen- und Aermelborten, Lein- und Kopftüchern, Vorsegne-tüchern u. s. w. eine gewisse Zahl von ganz typischen Verzierungsformen auf,die nach Technik und Verzierungsmotiven streng localisirt sind. Dasselbe giltvon den tschechischen Arbeiten in Böhmen. Im Osten sind hier die Arbeiten mitrother Baumwolle im Stilstich und Flachstich ausgeführt; charakteristischals häufigstes Motiv erscheint der Doppeladler, während beispielsweise fürWallachen und Hannaken Apfel- und Herzmotive typisch sind. Für Nordböhmenist wieder die im Piquetstich gearbeitete weisse Haube mit Vogelfigurentypisch u. s. w.
Eine ganz eigenartige Classe von Textilerzeugnissen des weiblichen Haus-fleisses ist noch mit einem Worte zu erwähnen. Es sind dies die in kilim-artiger Wirktechnik, hergestellten teppichartigen Arbeiten der Rutenen inGalizien und in der Bukowina einerseits und der Dalmatiner- Serben andererseits.Unter den Rutenen eine uralte primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Hausübung ist die Herstellung von
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