die Zeit, Erfahrungen zu sammeln, interessante Menschen kennen-zulernen, sich selbst künstlerisch zu betätigen, zu experimentieren.
G.F.: Ich erinnere mich, daß du in den siebziger Jahren nackt vor derKamera eines hochbegabten, leider unbekannt gebliebenen WienerPopkultur- Photographen posiertest.
E.B.: Für mich war das eine Selbstdarstellungsphase. Es war dieZeit des beginnenden Aktionismus, die mich dazu inspirierte. Ichzeichnete viel, malte, Objekte und Skizzen entstanden, Entwürfe fürProjekte wurden von mir konzeptionell erarbeitet. Die Photographiespielte für mich eine wesentliche Rolle.
G.F.: Wann sind dir die heißgeliebten Tier- und Indianerfiguren Glossar ::: zum Glossareintrag Indianerfigurenwiederbegegnet?
E.B.: So mit etwa 26 Jahren waren sie plötzlich wieder da, diegeliebten Massefiguren aus meiner Kinderzeit. Ich stand in einemPapiergeschäft auf der Hetzendorferstraße um Farben zu kaufen,und sie standen vor mir in einer alten Verkaufsvitrine. Die Preiszet-tel, an dünnen Fäden um die Beine der Figuren gebunden zeigtennoch immer die Preise der späten 50er und frühen 60er Jahre. Ver-gessen und ein bißchen verstaubt, aber von nostalgischer Schön-heit. Ich kaufte ein paar Figuren, um am nächsten Tag wiederzu-kommen noch mehr zu kaufen. Mit der Zeit kaufte ich den ganzenBestand auf. Ich war fasziniert von der Schönheit mancher Tierfigu-ren und deren perfekter künstlerischer Machart.
Ich entwickelte mich zum passionierten Flohmarktgeher, manchmalschon des Nächtens unterwegs. Ich suchte nach Figuren, die sichnicht in meiner Kollektion befanden. Damals war noch einiges zufinden und ich kaufte schachtelweise, auch beschädigte Ware,wenn ich sie noch nicht hatte. Ich begann mich mit der Methodedes Restaurierens auseinanderzusetzen. Zudem erweiterte sichmein Sammelgebiet auf Zubehörteile wie Zoogebäude, Bauernhöfe,Ritterburgen usw. Wenn ich diesbezüglich nichts fand, waren esandere schöne Dinge, die ich mir leisten konnte und mit nach Hausebrachte. Kinderbücher, Filmprogramme, Jazz-, Beat- und Bluesplat-ten, 50er Jahre Keramikmasken und Figuren, emaillierte Produkt-werbeschilder, die berüchtigten Streifenhefte, die Sammelbilderal-ben, Portaitphotographien, erotische Photographien, Amateurfoto-graphien, Spielkarten, historische photographische Geräte, Bücher,
Gruß vom Krampus 29