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Das Ethnographische Museum Schloß Kittsee
Entstehung
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Stroh ausgestopfte und mit Eierschalen behängte Puppe, die als Jahres-zeitengestalt beim Winteraustreiben am Totensonntag( Sonntag Lae-tare") den Flammen oder dem Wasser übergeben wird. Ebenfalls ausMähren stammt der figural beschnitzte Bienenstock, dem Typus nacheine Klotzbeute, dessen Schauseite die Reliefdarstellung des biblischenDaniel im Kampf mit dem Löwen zeigt. Die deutsche Bevölkerung derhistorischen Siedlungen im westslawischen Bereich ist vertreten in Volks-kunstwerken wie beispielsweise in den traditionellen Stickereien derEgerländer. Eine besondere Stellung nimmt die qualitätsvolle Sammlungvon Fayencen der Habaner ein. Angehörige der Wiedertäufer-( Anabap-tisten-) Sekte wurden im mährisch- slowakischen Grenzraum Niederöster-reichs auf einzelnen Herrschaften als Besitzer eines kleinen Anwesens, Habens", geduldet und zeichneten sich besonders als Weißgeschirr-macher aus, deren Erzeugnisse in ihrer Hochblüte von etwa 1660 bis 1760als brüderisches Geschirr" weitum Absatz fand.

Der dritte Raum, das ehemalige Palffy- Zimmer, umschließt Werke derVolkskunst aus dem gesamten ungarisch- rumänischen Bereich. Die Un-garn sind mit Keramik, Hirtenstöcken und einem prachtvollen Prunk-Hirtenmantel, einem Geschenk an Kaiser Karl anläßlich seiner Thron-besteigung im Jahr 1916, vertreten. Aus Rumänien gleichfalls herkömm-liche volkstümliche Keramik neben einer Kollektion reichverzierterSpinnrocken aus dem Umkreis des weiblichen Hausfleißes und über-lieferten Brauches. Im Blickpunkt dieses Raumes aber steht eine einzig-artige Gruppe von mächtigen Feldkreuzen aus Holz mit expressionistischanmutender Bemalung aus der Gegend von Craiova, dem Zentrum derLandschaft Oltenia in der Walachei. Die rumänischen SiebenbürgerSachsen werden durch ein Brautkleid mit dem dazugehörigen Schmuckund Beigaben aus dem frühen 18. Jahrhundert vergegenwärtigt.Anschließend erfaßt der vierte Raum den albanisch- griechisch- türkischenBereich des Balkans. Den albanischen Glockenröcken, deren kleider-geschichtlichen Wurzeln in älteste europäische Kulturschichten zurückzu-reichen scheinen, sind die Goldschnur- Applikationsarbeiten der türkischenKulturschicht gegenübergestellt. Es besitzt hier wiederum eine Überjackeder Vasiliki, der Frau des Ali Pascha von Janina, des letzten Despotenin Europa, historischen Erinnerungswert. Der geschnitzte albanischeEhrenstuhl geht auf kirchlich- orthodoxe Vorbilder zurück. Die als Ha-remsarbeiten" angesprochenen Stickereien türkischer Frauen scheinenden sogenannten Klosterarbeiten" christlich- katholischer Überlieferungzu entsprechen und stehen den liturgischen Stickereien aus Griechenlandgegenüber.

Unter den Werken der Volkskunst in Albanien erscheint die altartigeleichtgebrannte Irdenware in einem merkwürdigen Gegensatz zu denprunkvollen karneolbesetzten Arnautengürteln Glossar ::: zum Glossareintrag  Arnautengürteln, die freilich zu den um-strittensten Gegenständen der Volkskunde dieses Raumes zählen. Derstarke türkische Einfluß auf die volkstümliche Keramik Bosniens wird