Konrad und Anna Mautner:
Volkskundliche Forschungen und Anwendungen
Konrad Mautner hat die Bilder des Salzkammergutes in unserenKöpfen wesentlich mitgeprägt. Dabei nutzte er diese„ österreichischeReferenzlandschaft" nicht nur als persönlichen Rückzugsort in denSommermonaten. Seine umfangreichen Forschungen, Aufzeichnun-gen und Veröffentlichungen zu materieller wie immaterieller Kulturdieser Region wirken bis heute identitätsstiftend und wirtschafts-belebend.
Konrad Mautner war ab ca. 1907 mit den entscheidenden Perso-nen der Wiener akademischen wie der anwendenden Volkskundein Kontakt. Er stand auch in persönlicher Verbindung mit MichaelHaberlandt, dem Direktor des damaligen Museums für österrei-chische Volkskunde, das sich den„ cisleithanischen" Gebieten derMonarchie verpflichtet fühlte. Mit bedeutenden Vertretern der bereitsetablierten Volksliedforschung arbeitete er zusammen, den in diesenKreisen berühmten Raimund Zoder nannte er einen persönlichenFreund.
Die Ergebnisse seiner Forschungen lassen sich in den maßgeb-lichen Publikationsorganen( Zeitschrift für österreichische Volkskundeab 1907, Das deutsche Volkslied ab 1909) nachlesen. Immer wiedersetzten Konrad und Anna Mautner die Erkenntnisse auch praktischum, etwa in der„ Trachtenpflege“ oder in der Gestaltung von Festenund Umzügen. Bei seinen Forschungen ging Mautner mit den der Zeitentsprechenden Methoden und Techniken vor und setzte beispiels-weise zur Aufzeichnung von Sprüchen und Liedern einen Phonogra-phen ein.
In seinen Texten und Forschungen positioniert sich KonradMautner als„ Grundlsee- Experte“, der etwa in„ Besitz" der gesamtenmündlichen Überlieferung von Grundlsee sei. Selbst vorwiegend
nur in den Sommermonaten dort aufhältig, beurteilte er nicht nur dieEinflüsse auf Sitte und Brauch durch die städtischen Sommergästenegativ, sondern befürchtete auch einen( volks) kulturellen Niedergangdurch technischen und sozialen Wandel. MP
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