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Gesammelt um jeden Preis! : warum Objekte durch den Nationalsozialismus ins Museum kamen und wie wir damit umgehen
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Ergebnisse der Provenienzforschung

im Volkskundemuseum Wien seit 2015

Dem Kunstrückgabebeirat wurden seit 2015 elf Dossiers vorgelegt.Er empfahl in sieben Fällen eine Restitution und in einem den Ver-bleib in der Sammlung. In einem weiteren Fall schlug er vor, mitden Rechtsnachfolger* innen Kontakt aufzunehmen, weil es sich umeine Leihgabe handelt. Ein weiteres Dossier wurde dem Beirat zurKenntnisnahme vorgelegt. Es bestätigte, dass sich die betreffendenObjekte nicht im Volkskundemuseum Wien befinden. Ein Dossierinformierte über ein umfangreiches Buchkonvolut in der Bibliothekdes Museums.

Insgesamt wurden auf Grundlage von vier Dossiers bereits über600 Objekte aus den Beständen des Volkskundemuseums an dierechtmäßigen Erb* innen restituiert. Einige Objekte konnten trotz vor-handener Empfehlung nicht zurückgegeben werden, da die Rechts-nachfolge noch ungeklärt ist. Die Suche nach den rechtmäßigenErb* innen erweist sich- generell und auch im VolkskundemuseumWien- oft als schwierig und kann sich über Jahre ziehen. Das liegtdaran, dass die Rechtsnachfolger* innen, meist Kinder, Enkelkinderoder Urenkelkinder von geflüchteten oder ermordeten Menschen,häufig im Ausland leben.

In den letzten neun Jahren wurden Informationen und Fotos vonmehr als 300 bedenklichen Objekten mit vorerst unbekannten Eigen-tümer* innen der Kunstdatenbank des Nationalfonds zur Verfügunggestellt und dort veröffentlicht. Als bedenkliche Erwerbungen geltenzum Beispiel Ankäufe über Auktionen des Dorotheum, den Kunst-handel oder Antiquariate zwischen 1938 und 1945. Die Objekte selbstbleiben bis auf Weiteres im Museum.

Im Rahmen der bisherigen Provenienzforschung konnten nochnicht alle notwendigen Recherchen durchgeführt werden. Zu über-prüfen sind weiterhin die Erwerbungen des Volkskundemuseumszwischen 1938 und 1945. Zudem müssen alle ab 1933 bis heuteerworbenen Objekte, die vor 1945 entstanden sind, geprüft werden.Dementsprechend ist die NS- Provenienzforschung am Volkskunde-museum Wien nicht abgeschlossen. MR

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