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Die Textilmustersammlung Emilie Flöge im Österreichischen Museum für Volkskunde : [Katalog zur Ausstellung "Die Textilmustersammlung Emilie Flöge" im Österreichischen Museum für Volkskunde, 25. Mai bis 2. Dezember 2012]
Entstehung
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der bis heute erhalten geblieben ist( Katalognummer 4.33). Möglicher-weise waren die so entstandenen Kleidungsstücke und AccessoiresVorlagen für Modelle, die im Salon Flöge angefertigt wurden. Leidersind nur sehr wenige Produkte des Salons erhalten( zumindest inöffentlich zugänglichen Sammlungen) oder auch nur in Abbildungenüberliefert.15 Im Volkskundemuseum befinden sich außerdem einigeDeckchen aus Emilie Flöges Nachlass, die ebenfalls unter Verwen-dung von Stickereien aus der Westslowakei gefertigt worden waren,und die sie vielleicht im Salon oder in ihrer Wohnung als Dekorationbenützte. Das Zerschneiden von Kleidungsteilen, um die besticktenStellen oder die interessanten Muster und Spitzen herauszunehmen,war keineswegs ungewöhnlich, und wurde üblicherweise bereits vonden Händlern vorgenommen, von denen Flöge ihre Sammelobjektevermutlich erwarb, und die sich durch die Aufteilung eines Stückesmehr Kundinnen und daher mehr Profit erwarteten. Die Sammlungvon Emilie Flöge war nämlich kein Einzelphänomen, vielmehr war esum 1900 en vogue, sich den Produkten der ländlichen Bevölkerungzuzuwenden.

Die Sachgüter der Bewohner und Bewohnerinnen der ländli-chen Gegenden rückten im Laufe des 19. Jahrhunderts von mehrerenSeiten ins Blickfeld der Öffentlichkeit, so wie im Laufe des 18. Jahr-hunderts bereits die immateriellen Güter wie Sprache, Erzählungenund Lieder.16 Kameralistik, Wissenschaft und Kunst begannen austeils ähnlichen Motiven auf diese aufmerksam zu werden.

Zunächst waren es die Regierungen im Rahmen der Gewer-beförderung, die die Produktion von Gütern auf dem Land ankurbelnwollten, anfänglich aus der Idee heraus, die Armut der Landbevölke-rung zu mildern und die Wirtschaftsleistung des Staates insgesamt

15 Emilie Flöge und Gustav Klimt:Doppelportrait in Ideallandschaft(= 112.Sonderausstellung des HistorischenMuseums der Stadt Wien, Hermesvilla,Lainzer Tiergarten, 30. April 1988 bis28. Februar 1989).[ Wien 1988], S. 11.

16 Brückner, Wolfgang: Volkskunst undModerne. In: Weiermair, Peter( Hg.):Der Vogel Selbsterkenntnis. AktuelleKünstlerpositionen und Volkskunst.Zürich New York 1998, S. 113-115, hierS. 113.

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