der Dargestellten äußerst wichtig; er probierte in den vorbereitendenSkizzen verschiedene Gewänder aus" und schuf auch für seineübrigen Bilder neue Stoffdessins quasi mit dem Pinsel auf der Lein-wand 12. Tatsächlich kann die Bildunterschrift unter Aufnahmen fürdie Zeitschrift ,, Deutsche Kunst und Dekoration" 1907, die EmilieFlöge in Künstlerkleidern am Attersee zeigen, so interpretiert wer-den, dass Gustav Klimt als Modeschöpfer in Frage kommt¹³. Vermut-lich war dies jedoch eine Ausnahme, und wahrscheinlicher ist, dassKlimt lediglich Emilies Schaffen beeinflusst hat, so wie auch FlögesKenntnisse und Designvorstellungen ihn beeinflusst haben werden.
Eine Inspirationsquelle für ihre Arbeiten lag in ihren Samm-lungen. Gustav Klimt besaß eine große Kollektion außereuropäischerObjekte 14, während Emilie europäische, vor allem westslowakische,textile Stücke sammelte, die Gustav Klimt mit Sicherheit gut bekanntwaren. So wie sich das Konvolut heute darstellt, lässt sich ableiten,dass ihr Interesse vor allem den Ornamenten, den Mustern undFarben galt. Es handelt sich großteils um Fragmente, die aus größe-ren Textilien, aus Hemden oder Schürzen, ausgeschnitten wordenwaren. Teilweise finden sich Spuren von nachträglichen Umar-beitungen, die offensichtlich dazu dienten, die Fragmente einemneuen Kleidungsstück anzupassen. Welche neuen Kreationen darausentstehen konnten, zeigt ein Foto von Emilie Flöge am Attersee ausdem Jahr 1913( siehe Seite 16). Das Künstlerkleid, das sie auf dieserAbbildung trägt, weist einen Einsatz mit einer für den Ort Rybany inder Westslowakei ab etwa dem zweiten Drittel des 19. Jahrhundertstypischen Plattstich- Stickerei auf. Aus einem anderen Fragment mitdemselben schwarz- weißen Stickmuster wurde ein Gürtel gefertigt,
11 Natter, Tobias G.: Gustav Klimtund das Frauenbild in Wien um 1900.Nagoya 2003, S. 194.
12 Brandstätter, wie Anm. 8, S. 13.13 Schmuttermeier, Elisabeth: Werbe-trägerin, Sammlerin und Beschenkte.Emilie Flöge und der Schmuck derWiener Werkstätte. In: Asenbaum,
Paul u.a.( Hg.): Glanzstücke. EmilieFlöge und der Schmuck der WienerWerkstätte. Wien 2008, S. 136-145,hier S. 141.
14 vgl. Traeger, Verena: Klimt alsSammler. In: Natter, Tobias G. u.a.( Hg.):Klimt persönlich. Bilder- Briefe- Ein-blicke. Wien 2012, S. 108-125.
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