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Rudolf Pamlitschka - seine Arbeiten als Architekt und Künstler : Katalog ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Ethnographisches Museum Schloss Kittsee ; Sonderausstellung
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RUDOLF PAMLITSCHKA UND DIE DENKMALPFLEGE

Max Dvořák, einer der Vorkämpfer des modernen Denkmalschutzge-dankens in Österreich, hat in seinem 1918 erschienenen Kate-chismus der Denkmalpflege" folgende Forderung aufgestellt:" Wosich aus dem schlechten Zustande eines alten Baues oder auspraktischen Gründen die Notwendigkeit ergibt, Arbeiten vorzu-nehmen, welche die Substanz und die Form des Denkmals berühren,muẞ unbedingt fachkundiger Rat eingeholt werden. Es ist jedochein Irrtum, wenn man glaubt, daß ein beliebiger Baumeister oderArchitekt diesen Rat erteilen kann.... Die Restaurierung undUmgestaltung alter Bauwerke verlangt eine besondere Erfahrungund Vertrautheit mit den Grundsätzen und Erfordernissen derDenkmalpflege". Rudolf Pamlitschka ist ein Architekt, der dieseVoraussetzungen voll und ganz erfüllt. Wenngleich naturgemäßin erster Linie als Schöpfer von Neubauten tätig, hat einemehr als fünfundzwanzigjährige Befassung mit denkmalpflege-rischen Aufgaben einen Erfahrungsschatz anwachsen lassen, wieihn nur wenige Architekten aufzuweisen haben dürften. Größten-teils waren es burgenländische Projekte, die Pamlitschka bear-beitet hat, was die Vertreter der Denkmalpflege in diesemBundesland für einige Worte der Würdigung besonders legitimiert.Zur Denkmalpflege gekommen ist Rudolf Pamlitschka auf dem Wegüber Neubauplanungen für die evangelische Kirche Österreichs.Als es dann eines Tages darum ging, die von den Katholiken über-nommene kleine romanische Filialkirche in Goberling( Bez. Ober-wart) instandzusetzen, wurde unser Architekt, gemeinsam mitseinem Compagnon F. Rollwagen, mit dieser Aufgabe betraut. Da-mit erfolgte, vor fast genau fünfundzwanzig Jahren, sein Ein-stieg in die Denkmalpflege.

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