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Papageno backstage : Perspektiven auf Vögel und Menschen ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 20. Mai bis 29. Oktober 2006]
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Vogelpfeifen

Die Verwendung von Flöten aus Knochen,Holz oder Ton ist uralt. Ihre Erfindung sollmythischen Ursprungs sein. Auffallend ist, dassdie Pfeifinstrumente schon seit frühester Zeitdie Form von Vögeln hatten. Offenbar wollteman damit das Bestreben, die Stimmen derVögel zu imitieren, verdeutlichen. Ein wichtigesEinsatzgebiet war ja die Jagd. Darüber hinauswar man der Ansicht, dass mit Pfeifen dasWetter beeinflusst werden konnte.Eine spezielle Funktion hatten die Vogelpfeifenbei der Liebeswerbung. Besonders begehrtwaren und sind die vogelartigen Pfeifen jedochbei den Kindern, die sie gerne zu Frühlings- undSommerbeginn, zu Ostern, Pfingsten oder zurSonnwendzeit zum Klingen bringen.

Kaufen konnte man die Vogelpfeifen, dieein Nebenprodukt der Töpfer oder auch derDrechsler in den Hausindustriegebieten dar-stellten, auf den zahlreichen Kirchweihfesten.Die Pfeifvögel werden heute auf der ganzenWelt als Souvenir verkauft, doch sollte mannicht vergessen, dass sie einst ein wichtigesBrauchgerät darstellten.

Nach ihrer Konstruktion lassen sich die Vogel-pfeifen in Gefäßpfeifen unterscheiden, beidenen der Körper hohl ist, in Walzenpfeifen,die einen röhrenförmigen Ansatz haben,und in Wasserpfeifen, bei denen Wasser in denhohlen Körper gefüllt wird. Vor allem mit derWasserpfeife lässt sich das Vogelgezwitschernaturgetreu nachahmen.

Verschiedene Vogelpfeifen aus HolzHausindustrieerzeugnis 19./20. Jh.© ÖMV/ Studio Prader

Vogelpfeife mit AufhockerSemmering,., um 1920

© ÖMV/ Studio Prader