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Vögel in der Volkskunst
Volkskunstobjekte zeichnen sich durch einebesondere Ästhetik aus, die zwar nicht immerkünstlerischen Maßstäben gerecht wird, aberaus ihrer Schlichtheit und Naivität ihren Reizgewinnt. Für die Volkskunst ist typisch, dasssie mit einem einfachen, stets wiederkeh-renden Repertoire an Gestaltungselementenauskommt. In der Volkskunst geht es nicht umnaturgetreue Abbildung, sondern um symbo-lisch gemeinte Darstellung.
Es handelt sich um Objekte, die nicht für denAlltag, sondern für einen besonderen Anlassproduziert wurden. Darunter bilden die Hoch-zeitsmöbel eine wichtige Gruppe. Auf ihnenfindet man häufig Paare, Lebensbäume, Blüten-sprossen und bevorzugt auch Vögel dargestellt.Mit diesen Motiven verbindet sich der Wunschnach Eheglück und Nachkommenschaft.
Eine andere Gruppe bilden die sogenannten,, Liebesgaben", also Geschenke und Anden-ken, mit denen man einander Freundschaftund Treue versichert. Das weiße Taubenpaar,zusammen mit dem großen roten Herz undder darin eingeschriebenen„, 3" kommt bereitsin den Emblembüchern des 16. Jahrhundertsals beliebtes Motiv für Liebe und Treue vor.Die Tauben gelten seit je her als Inbegriff derZuneigung und Beständigkeit, denn wie zweiTauben in der Natur beisammen bleiben, sosollten auch die Liebesleute nicht voneinanderlassen. Vögel ,, mit einem Brieflein im Schnabel"oder„ geflügelte Herzen" sprechen für sich.Vögel finden sich daher auch auf den persön-lichsten Liebespfändern, auf Hemden, Ärmelnund Tüchern. Mit ihrer symbolhaften Bedeu-tung verwandeln Vögel die Objekte zu Zeichen-trägern, zu Vermittlern von Botschaften.
Bügelflasche: PlutzerGmunden, OÖ., datiert 1739Stadtmuseum Bratislava, Slowakei
Stadtmuseum Bratislava
Jhaug hin andfehoug her, ich fichParrot schwanzmehr
fing mein ungerfing, ich mach dasJekhir bafflingt
bab baf dirivergessen