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Papageno backstage : Perspektiven auf Vögel und Menschen ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 20. Mai bis 29. Oktober 2006]
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Vogelkäfige

Als Gebrauchsgegenstand kommt der Vogel-käfig bei allen sozialen Schichten zum Einsatzund ist als solcher in Inventaren, Nachlassver-zeichnissen und Ausgabebüchern nachzuweisen.Bildliche Belege bezeugen die Vogelhaltung inKäfigen seit dem Mittelalter.

Hergestellt wurden die Vogelbauer entwedervon den Vogelhaltern selbst, von spezialisiertenHandwerkern oder sie wurden auf Märkten undin Vogelhandlungen gekauft. Das dabei verwen-dete Material wie Ruten, Holzstäbe, Draht, Holzund Blech war für die Gestaltung maßgebend.Die Käfige sollten dem Vogel genügend Licht,Luft, Sauberkeit und Schutz bieten und seinemartspezifischen Verhalten entsprechen.Neben geflochtenen Korbkäfigen finden sichkistenförmige Käfige. Sie haben entwedereinen Unterteil aus Holz mit einem kubischenGitteraufbau oder ein Gerüst aus Eckständernund Querleisten, die mit dünnen Holzstäbenoder Draht vergittert sind. Zur Unterbringungmehrerer Vögel dienten Käfige mit Kuppeln.Vogelkäfige boten jedoch stets den Anreiz zuaufwendiger Gestaltung in Form von Bauern-und Bürgerhäusern, Pavillons, Palästen undTempeln.

Entsprechend ihrer Funktion lassen sich Lock-käfige und Transportkäfige unterscheiden. Beiden Stubenkäfigen gibt es Hängekäfige undStandkäfige, die man oft auf kleine Tischchenplatzierte. Solcherart avancierten die Vogelkä-fige zu einem Ziergegenstand und zu einemPrestigeobjekt, das die Inwohner in den Hinter-grund treten ließ.

Die artgerechte Vogelhaltung verlangt heuteVolieren und Vogelstuben, die beim Adel bereitsseit dem Mittelalter in Verwendung standen.

Vogelhaus: Stadtpalais

Wiener Bastelarbeit, 19. Jahrhundert

© ÖMV/ Studio Prader

Vogelkäfig: LusthäuschenBöhmen, um 1850© ÖMV/ Studio Prader

EX

Vogelkäfig

aus Schmiedeeisengitter, 18. Jh.O ÖMV/ Studio Prader