Vögel für den Teller
Der Vogelfang diente lange Zeit zur Beschaf-fung von Nahrung. Ohne Skrupel brieten undkochten Reiche wie Arme Vögel in großen Men-gen. Laut Altem Testament( Lev. 11, 13-19) soll-ten davon die ,, unreinen Vögel" wie Adler, Rabe,Uhu und Eule, Schwalbe und Storch ausge-nommen werden. Bevorzug wurden vor allemKrammetsvögel(= Wacholderdrosseln), Sing-drosseln, Amseln, Stare, Spatzen und Dorndre-her. Auch wurde das wohlschmeckende Fleischder meisten Finken, der Wachteln und Lerchengeschätzt. Der Verzehr von Vögeln war bis um1800 überall in Europa üblich. Davon zeugendie zahlreichen Kochbücher mit ihren Rezeptenfür ,, Crammetsvögel in Aspik", Meisensuppen,oder Lerchenpasteten. Doch was einst köstlichwar, das schmeckt heute ganz einfach nichtmehr. Die kulinarische Moral verwandelte denGenuss von Singvögeln in einen Skandal.
Jagdbeute
Öl/ Leinwand, sign.
Adriaen v. Utrecht( Antwerpen 1599-1653),flämischer Tier- und StilllebenmalerKHM, Inv. Nr. 7716
Bratlwagen
Blechwanne mit Spießen zum Aufsteckender Vögel
Steiermark, 18. Jahrhundert
ÖMV, Inv. Nr. 53.793 NHM
Hühnerkrämer
Kupferstich nach Peter Artens
( Altholländische Schule)
Gem. von S.v.Perger; Gest. von A. DworzackÖMV, Inv. Nr. 78.220
,, Wienerisches bewährtes Kochbuchin sechs Absätzen"
Anfangs herausgegeben von Ignaz Gartlernunmehro aber verbessert von derBarbara Hikmann, achtzehnte verbesserteund mit Kupfern versehene AuflageWien, verlegt bey Joseph Gerold, 1794Leihgabe Dorothea Lehner
Illustriertes Kochbuch
Neue vollständige theoretisch- praktischeAnweisung in der feinen Kochkunstmit besonderer Berücksichtigung
der herrschaftlichen und bürgerlichen Küche
von J. Rottenhöfer
Vierte unveränderte Auflage,
München bei Braun und Schneider, 1877
ÖMV, Bibl. 14.267 N
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