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Keramik <<[hoch]>> 3 : gebrannte Idylle ; Typen, Regionen, Museen ; [der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "Keramik [hoch] 3 - gebrannte Idylle. Typen, Regionen, Museen" ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee, 09.05.2004 - 01.11.2004 ; Slovenské Národné Múzeum Martin - Etnografické Múzeum, 18.11.2004 - 28.03.2005 ; Savaria Múzeum Szombathely, 24.04.2005 - 04.09.2005] = Keramika [hoch] 3 : pálená, idyla ; typy, regióny, múzeá
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Claudia Peschel- Wacha Sammeln heute:

zum Beispiel René Edenhofer und die Keramikaus Deutsch- Wagram( Österreich)

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Lit.:

Edenhofer, René: Deutsch- Wagramer Kunst- Keramik 1932-1949. Die Kunst- undGebrauchs- Keramik des Johann Hittinger. Deutsch- Wagram 2001

Die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts waren wirtschaftlichgesehen eine ungünstige Zeit für den Berufszweig des Töpfers,der nichts Lebensnotwendiges herstellte. So mancher Betrieb,der mit künstlerischer Keramik zuvor gute Geschäfte in bür-gerlichen Kreisen gemacht hatte, musste seine Tore schließen.Im Jahre 1932 eröffnete Johann Hittinger( 1906-1944) in sei-nem Geburtsort Deutsch- Wagram in Niederösterreich eineKeramikwerkstatt unter der Bezeichnung Deutsch- WagramerKunst- Keramik". Er zählte zu den besten Keramikern seinerZeit, was unter anderem seine Teilnahme an der Ausstellung,, Austria in London im Kreis namhafter zeitgenössischerKeramiker 1934 belegt. Nach und nach fanden keramischeModetrends Eingang in sein Werk. Die Gebrauchskeramikder Jahre 1934 bis 1940 wie Schalen, Krüge und Vasen wur-den mit Früchten und Alpenblumen garniert. Bleihältige Lauf-glasuren verstärkten die Farbigkeit der Gefäße mit ihremstarken Glanz.

Johann Hittinger blieb Zeit seines kurzen Keramikerdaseinsimmer der traditionellen handwerklichen Fertigungstechnikan der Töpferscheibe verbunden. Der Weg vom Künstlerate-lier zum kunstgewerblichen Betrieb mit Serienproduktion undeinem Vertriebssystem mittels Werknummern brachte ihm undseiner Frau Rosalia eine Verbesserung des Lebensstandards.Im Jahre 1940 musste Hittinger einrücken. Er fiel am 15. Juni1944 im Alter von 38 Jahren.

Der Sammler René Edenhofer hat den Keramiker JohannHittinger wieder entdeckt und stellt die Werke der, Deutsch-Wagramer Kunst- Keramik" in einer eigenen Veröffentlichung

vor.

René Edenhofer, geboren 1968, lebt in Deutsch- Wagram.Neben seinem Beruf als Dekorateur in Wien ist er vor allemSammler und Autor: Er sammelt vornehmlich WilhelmsburgerSteingut, Lilienporzellan und die nämliche Deutsch- WagramerKunstkeramik. Im Jahr 2001 erschien darüber das Buch,, Deutsch- Wagramer Kunst- Keramik 1932-1940" und im Jahr2003 unter dem Titel ,, Lilien- Porzellan- Von der Keramik AGzur ÖSPAG" ein illustriertes Nachschlagewerk zum seit Jahrenin Österreich beliebten gleichnamigen Sammelgeschirr.Solche Bände tragen wesentlich zur Nachfrage und in Folgezur Wertsteigerung der publizierten Objekte bei.René Edenhofer sammelt seit der Kindheit. Rückblickendstellt er fest, dass seine Freude am Sammeln aus seinem In-teresse an der Natur und an den Dingen seiner näheren Um-gebung erwachsen ist. Als markante Gruppe seiner frühenSammlerleidenschaft hebt er eine Kollektion von 3000 Zünd-holzschachteln hervor. Wachsendes Interesse an bäuerlicherAlltagskultur und die Gründung eines eigenen Haushalts bil-deten die Basis für ein gezieltes Ansammeln verschiedenerGebrauchsgegenstände, darunter auch jener aus Keramik.