Print 
Keramik <<[hoch]>> 3 : gebrannte Idylle ; Typen, Regionen, Museen ; [der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "Keramik [hoch] 3 - gebrannte Idylle. Typen, Regionen, Museen" ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee, 09.05.2004 - 01.11.2004 ; Slovenské Národné Múzeum Martin - Etnografické Múzeum, 18.11.2004 - 28.03.2005 ; Savaria Múzeum Szombathely, 24.04.2005 - 04.09.2005] = Keramika [hoch] 3 : pálená, idyla ; typy, regióny, múzeá
Place and Date of Creation
Page
48
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Claudia Peschel- Wacha Die Keramiksammlung desÖsterreichischen Museums für Volkskunde in Wien

01

48

Das Österreichische Museum für Volkskunde beherbergt

mehr als 14.000 keramische Gefäße und etwa 1.000 Kacheln.Im Ausstellungskatalog aus dem Jahre 1897- drei Jahrenach der Gründung des Vereins für Volkskunde in Wien undzwei Jahre nach der Museumsgründung- waren die Samm-lungsschwerpunkte bereits deutlich erkennbar: NebenMöbeln und Textilien hatte sich die Keramik als bevorzugtesSachgebiet herauskristallisiert.

Gesammelt wurden keramische Erzeugnisse aus allen Haf-nerzentren der Kronländer in der cisleithanischen Reichs-hälfte der Monarchie. Die Kollektionen kamen durch geziel-te Sammelreisen des Museumsgründers Michael Haberlandt( 1860-1940) nach Italien, Dalmatien, Bosnien, Serbien undAlbanien zustande oder wurden über Verbindungsleute ausdem Antiquitätenhandel bezogen. Dazu trat der Einfluss desKeramikfachmanns Alfred Walcher von Molthein( 1867-1928). Er regte zum Anlegen von ,, Vorbildsammlungen" derim Verschwinden begriffenen Hafnerkunst im alpinen Rauman und überließ dem Museum im Jahre 1906 einen umfang-reichen Bestand an Kacheln und Kachelmodeln.Mit Adolf Mais( 1914-1982) war nach dem Zweiten Welt-krieg wieder ein Keramikfachmann an das Volkskunde-museum gekommen. Er bearbeitete die Gruppe der ost-und südosteuropäischen Keramik mit etwa 3.000 Objekten.Herausragende Stücke daraus bilden einen Teil der ständi-gen Schausammlung des von ihm im Jahre 1974 eröffne-ten Ethnographischen Museums Schloss Kittsee im Burgen-land. Dort entdeckte Adolf Mais auch den, Kellerfund vonKittsee" und veröffentlichte Beiträge über die Habaner Wareeinschließlich der Krügelmacher in Niederösterreich. DasVolkskundemuseum verdankt Adolf Mais außerdem umfang-reiche mittelalterliche und neuzeitliche Scherbenfunde ausWien und Niederösterreich.

Zuvor hatte der langjährige Museumsdirektor LeopoldSchmidt( 1912-1981) im Jahr 1966 eine Außenstelle imSchloss Gobelsburg in Niederösterreich eingerichtet.Er legte den Schwerpunkt auf die Präsentation von, alt-österreichischer Volksmajolika und niederösterreichischerHafnerware. Seit wenigen Jahren lagern die Keramiken wie-der im Depot in der Wiener Laudongasse und werden in die-ser Sonderausstellung in neuem Zusammenhang präsentiert.

KERAMIK