Druckschrift 
Keramik <<[hoch]>> 3 : gebrannte Idylle ; Typen, Regionen, Museen ; [der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "Keramik [hoch] 3 - gebrannte Idylle. Typen, Regionen, Museen" ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee, 09.05.2004 - 01.11.2004 ; Slovenské Národné Múzeum Martin - Etnografické Múzeum, 18.11.2004 - 28.03.2005 ; Savaria Múzeum Szombathely, 24.04.2005 - 04.09.2005] = Keramika [hoch] 3 : pálená, idyla ; typy, regióny, múzeá
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

Péter Illés Magyarszombatfa

36

Auf dem Weg in den ŐrségNa ceste do ŐrséguÚton az Őrség felé

SALAMI

TABAK

KASE

GETRÄNKE

Das Velemér- Tal liegt in der Region Wart( ung. Őrség), imwestungarischen Grenzgebiet zu Slowenien an den Ausläu-fern der Alpen. In diesem Tal liegen acht kleine Dörfer, de-ren Einwohner seit Menschengedenken Keramik herstellen.Die Töpfer und ihre traditionelle Kultur prägen bis heutedas alltägliche Leben in diesen Ortschaften. Magyarszom-batfa liegt im Zentrum dieser Region und repräsentiert aufherausragende Weise die Traditionen des Töpferhandwerks.In Magyarszombatfa und seiner unmittelbaren Nachbarort-schaft Gödörháza sind an die 20 Töpferbetriebe aktiv. Be-sucher aus aller Welt erkennen die so genannten Töpferdör-fer auf den ersten Blick an den ausgestellten Keramiken vorden Höfen und an den Aushängeschildern des Töpferhand-werks. Das Straßenbild prägen weiters rustikale Gestelle ausentrindeten Astgabelungen, die man früher zum Trocknender Irdenware verwendet hatte.

Seit dem Jahrtausendwechsel findet in Magyarszombatfaals Zeichen der Traditionspflege und Erneuerung an jedemzweiten Sonntag im Juli der so genannte Töpfertag statt.Die Veranstaltung dient gleichzeitig auch dem grenzüber-schreitenden Zusammentreffen von Töpfern aus dem ge-samten Karpatenbecken- Jahr für Jahr kommen mehr Be-sucher aus anderen Töpferzentren. Den Mittelpunkt desTöpfertages bildet der mit vor Ort angefertigter Irdenwarebeladene Wagen, mit dem die ortsansässigen Töpfer frühervon Markt zu Markt fuhren, um ihre Ware zu vertreiben.Dieser Wagen versucht nun eine Brücke zu schlagen zwi-schen der heutigen Bevölkerung und der traditionsreichenVergangenheit der Töpferdörfer. Dabei stellt er weit mehrdar als nur eine einfache Sehenswürdigkeit: Jahr für Jahrlädt er auch das Erbe der Gemeinschaft zu einer symboli-schen Reise in die Gegenwart ein.

Die Töpfer des Velemér- Tals betrieben ihr Handwerk sei-nerzeit als saisonale Hausindustrie, das heißt wenn dies ihrelandwirtschaftliche Tätigkeit zuließ. Meistens fertigten siedie Irdenware im Winter an und transportierten sie allei-ne oder gemeinsam mit örtlichen Bauern auf einen Wagengeladen und durch Heu geschützt nach Somogy, Zselicség,Tolna, Baranya und an das südwestliche Ufer des Platten-sees. Dort wurden die Töpfe ein- oder zweimal gefüllt ge-gen Getreide( Weizen, Roggen) oder Mais getauscht. Zu denüblichen Objekten für den Tauschhandel zählten traditionellTöpfe mit weiten und engen Böden, große, bereifte Töpfemit über 15 Liter Fassungsvermögen, Wasser- und Wein-krüge, Schüsseln, Teller, Backpfannen, Henkeltöpfchen undBecher. Ein Großteil der Töpfer betrieb mit seiner Wareausschließlich Tauschhandel, oder sie fuhren auf Märkte in