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Keramik <<[hoch]>> 3 : gebrannte Idylle ; Typen, Regionen, Museen ; [der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "Keramik [hoch] 3 - gebrannte Idylle. Typen, Regionen, Museen" ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee, 09.05.2004 - 01.11.2004 ; Slovenské Národné Múzeum Martin - Etnografické Múzeum, 18.11.2004 - 28.03.2005 ; Savaria Múzeum Szombathely, 24.04.2005 - 04.09.2005] = Keramika [hoch] 3 : pálená, idyla ; typy, regióny, múzeá
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Marta Pastieriková Modra- Stadt der Keramikund des Weins

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Die Stadt Modra liegt in der Westslowakei, in einer frucht-baren Gegend am Fuße der Kleinen Karpaten. Der Histori-ker Matej Bel charakterisierte Modra als Stadt, die ,, unterWeinbergen erblüht und aus den Weinbergen ihren Reich-tum schöpft". Modra ist jedoch nicht nur für den Weinbaubekannt eine bedeutende Rolle spielten hier auch die zahl-reichen Handwerke. Vor allem nachdem Modra 1607 könig-liche Freistadt wurde, kam es zu einer ungewöhnlichen Ent-faltung der handwerklichen Produktion. Nach Angaben imUngarischen Landesverzeichnis aus dem Jahre 1828 warenin Modra bis zu 37 verschiedene Handwerke und 401 Werk-stätten angesiedelt. Eine große Zahl davon- insgesamt 55Werkstätten- wurden von Töpfermeistern betrieben. Diekeramischen Gefäße, die dort hergestellt wurden, fandenunter anderem Verwendung in der regionalen Weinkultur.Die Umgebung von Modra mit ihrem reichen Vorkommenan hervorragender Tonerde bot den Töpfern gute Vorausset-zungen für ihre Arbeit. Von der weit zurückreichenden Tra-dition der örtlichen Töpferei zeugen Funde aus dem unweitvon Modra gelegenen Scherbenfeld aus der Steinzeit. Zahl-reiche Ausgrabungen wurden in der Stadt auch vom bekann-ten Keramiker und Förderer des keramischen Schaffens,Heřman Landsfeld, der aus Mähren stammte, organisiert. Zuseinen bedeutendsten Entdeckungen gehören eine Mengevon Scherben von Schwarzhafnerware sowie von einzigarti-gen Fußbodenfliesen aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts,die ein Beweis für das hohe technische und künstlerischeNiveau der damaligen Produktion sind.

Die Töpferzunft in Modra wurde im Jahre 1636 gegründet.Die Zunftartikel waren in zwei Sprachen verfasst- 1636 inDeutsch und 1642 in Slowakisch. Sie beinhalten die Rech-te und Pflichten der Zunftmitglieder( der Meister, Gesellenund Lehrlinge) sowie das zeitgenössische Sortiment an Töp-ferwaren und Fliesen. In den erhalten gebliebenen Schrift-stücken der Zunft sind hunderte von Namen der aktivenMitglieder genannt.

Die Weiẞhafnerei, die im Unterschied zur Gebrauchskera-mik( Irdenware) die heutzutage bekannte dekorative Fa-yence hervorbrachte, ist jüngeren Ursprungs: Der erste be-kannte Weißhafner war Pavol Gregor, der 1770 nach Modraheiratete. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundertsfolgten ihm viele weitere Krügelmacher, beispielsweise JánKubínsky, Ján Lehotský, Jozef Tvrdoň, Jozef Tomašovič,Ján Kalafús und Štefan Pinkas. Sie stammten aus verschie-denen westslowakischen Orten mit einer entfalteten Fayen-ceproduktion. Nach Modra zog auch ein Krügelmacher ha-banischen² Ursprungs, Michal Odler aus Dechtice.

Ignác Bizmayer Galerie, ModraGaléria Ignáca Bizmayera, Modra

Az Ignác Bizmayer Galéria, Modra/ Modor