Matthias Beitl Zum Geleit- In die Region
,, Die aus den 4 Urelementen- Erde, Luft, Wasserund Feuer- ins Leben gerufenen Schöpfungenübermitteln dem heutigen Menschen jahrtausende-alte Botschaften, sie dokumentieren authentischdie Beziehungen der in dieser Region lebenden
Menschen."
KERAMIK³
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8000 Jahre Keramik im westpannonischen Raum.Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1988, Vorwort
Ein Ausstellungsprojekt des Landes Burgenland gemeinsammit dem Komitat Vas vor nunmehr 16 Jahren mochte dazudienen, ein kurz zuvor geschlossenes bilaterales Kulturab-kommen zwischen den beiden Ländern inhaltlich auszustat-ten. Der damalige stellvertretende Komitatsratspräsidentumriss in seinem Vorwort( siehe links) mit genügend Pathosdie Atmosphäre, die den Werkstoff Ton und seine kulturelleInterpretation umgibt.
Die jetzt präsentierte Ausstellung„, Keramik³- gebrannteIdylle" nimmt dieses Zitat gerne auf. Denn hier kristalli-sieren sich die Ansatzpunkte konzeptioneller Arbeit zurDurchforstung eben dieser kulturellen Aufladung des Mate-rials. Keramik als ein repräsentativer Vertreter so genannterVolkskunst ist allgegenwärtig. Auf der einen Seite steht daslokale Selbstverständnis der Produzenten, auf der anderenSeite, beim ,, Konsum des Schönen", die Wahrnehmung von,, Tradition“ und deren Übertragung auf das eigene Wohlbe-finden.
Ein Blick in die Region rund um die Töpferzentren Modra,Magyarszombatfa und Stoob zeigt, dass da wie dort produ-ziert und gekauft wird. Wie weit die Produkte zur Definitioneiner regionalen Kultur beitragen, diskutiert die Ausstellunganhand exemplarischer Wahrnehmungen im Untersuchungs-raum und eines historischen Exkurses in die Sammlungendreier Museen.
Bei dieser Exploration entlang eines spezifischen Bereichsmaterieller Kultur steht früher oder später aber der Raumselbst zur Debatte. Denn das, was die Region ausmacht, isteinerseits gesellschaftlicher Alltag, andererseits aber politi-sches Programm.
Der zitierte stellvertretende Komitatsratspräsident gab da-mals auch der Hoffnung auf eine Verstärkung der Beziehun-gen der im pannonischen Raum lebenden Menschen Aus-druck. Die politischen Bedingungen haben sich inzwischenderart gewandelt, dass zumindest strukturell alle Vorausset-zungen für diesen Wunsch nach regionaler grenzüberschrei-tender Entwicklung vorliegen- faktisch ist auch schon auf