Neben den Spielzeugtieren wurden auch Hirtenaus Aststücken dargestellt. Im Aostatal wird dasden Hirten bildende Aststück mit einem Kopfversehen, der trotz der rohen Ausführung rechteindrucksvoll wirkt. Die dreifache Verzweigungder Äste verleiht den Figuren Standfestigkeit.
,, Carabinieri" aus einem Aststück. Kopf undKopfbedeckung sind entrindet und beschnitzt.Über der Oberlippe aufgeklebte Haare stellenden Schnurrbart dar.
Valtournenche, Aostatal, Italien,Inv.Nr. ÖMV/ 39.861
Alter Hirte aus einem gewundenen Aststück.Der Kopf und die Brust sind entrindet, aber kaumbeschnitzt.
Valtournenche, Aostatal, Italien,Inv.Nr. ÖMV/ 39.862
Hirten aus einem Aststück. Kopf und rundeHüte sind entrindet und beschnitzt.Valtournenche, Aostatal, Italien,Inv.Nr. ÖMV/ 39.863-869
Hirte aus einem Aststück. Teilweise entrindet,
aber nicht beschnitzt.
Valtournenche, Aostatal, Italien,Inv.Nr. ÖMV/ 39.870
Hirten aus Aststücken. Ein Kopf mit einemquergestellten, keilförmigen Hut, der andere miteinem runden Hut.
Valtournenche, Aostatal, Italien,Inv.Nr. ÖMV/ 39.871-872
Spielzeughirten aus Holz, Aostatal, 19. Jh.,
ÖMV/ 39.863, ÖMV/ 39.862
Typus 2
Tiere aus zylindrischen, vorne und hinten geradeabgeschnitten Aststücken, die an der Basisetwas abgeflacht sind. Die Hörner werden abernicht durch die Zweiggabelungen, sondern durchseitliche Aststummel gebildet, die entweder garnicht bearbeitet oder nur zugespitzt sind. DieAuskerbungen der Rinde stellen auch bei dieserGruppe die Fellzeichnung dar.
Kuh, die sternförmige Fellzeichnung, das Hals-band und die Zacken für die Kräuselung desFelles auf der Stirn sind aus der Rinde gekerbt.Berner Oberland, Kanton Bern, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 30.257
Kuh mit Melkscheme! zwischen den Hörnern,welcher durch den mittleren, aufrecht stehendenAststummel dargestellt ist. Dabei ist auf einfa-che Weise nachgeahmt worden, dass beimAlmauftrieb im Sommer der stärksten Kuh derMelkstuhl zwischen die Hörner gebunden wird.Die Fellzeichnung in Form einer Blütenrosette,das Halsband und die Zacken für die Kräuselungdes Felles auf der Stirn sind aus der Rindegekerbt.
Chateau d'Oex, Kanton Waadt, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.258
Stier mit Halsband in Zickzackmuster, der Stier-nacken durch Abflachen der oberen Kopfpartiedargestellt.
Chateau d'Oex, Kanton Waadt, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.259
Kuh mit treppenförmigen Zackenauskerbungen.Chateau d'Oex, Kanton Waadt, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.260
Kalb aus einem kleineren Ast mit sternförmigerAuskerbung auf dem Rücken.
Chateau d'Oex, Kanton Waadt, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.261
Ziege mit einem hochragenden, längsgespalte-ten Aststummel, welcher die Hörner darstellt.Halsband und einfache Fellzeichnung sind ausge-kerbt.
Berner Oberland, Kanton Bern, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.262
Kuh mit einem umlaufend ausgekerbten Streifenin der Körpermitte, aber ohne Halsband.Jauntal, Kanton Freiburg, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.263
Kuh mit keilförmiger Auskerbung zwischen denHörnern, einem Halsband und unregelmäßigerFellzeichnung.
Jauntal, Kanton Freiburg.Inv.Nr. ÖMV/ 38.264
Galtkühe aus kleineren Aststücken mit keil-förmiger Auskerbung zwischen den Hörnern,Halsband und unregelmäßiger FellzeichnungJauntal, Kanton Freiburg, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.265-266
Kälber aus kleinen Aststücken mit einer Ausker-bung zwischen den Hörnern, einem Halsbandund unregelmäßiger Fellzeichnung.Jauntal, Kanton Freiburg, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.267-269
,, Böser" Stier mit einer Stirnplatte aus einemovalen Eisenplättchen, welches mit zwei Nägelnaufgenagelt ist. Auf dem Rücken gekreuzteBänder und Punkte ausgekerbt. Der Stier besitztbereits einen Schweif aus Roẞhaar.Jauntal, Kanton Freiburg, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.270
Ziege aus einem Haselnussaststück mit einer,nach oben gerichteten Abzweigung, die entzwei-gespalten ist und die Hörner bildet. Trotz dieserrohen, schematischen Darstellung bekommt dasTier dadurch etwas Naturgetreues.Jauntal, Kanton Freiburg Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.271
Ochsengespann aus entrindeten Aststücken.Die Hörner sind in üblicher Art durch seitlicheAststummel gebildet. Die Tiere haben aberSchwanzstummel, und kleine Einschnitte auf derBauchseite lassen bereits Extremitäten erken-nen. Bei einem Tier sind durch Punkte und Ein-kerbungen Augen, Nase und Mund zu erkennen.Die beiden Ochsen sind mit Schnüren an dasDoppeljoch mit Deichsel gebunden.Riom, Kanton Graubünden, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.330
Ochse mit Joch aus entrindeten Aststücken.Die Hörner sind in üblicher Art durch seitlicheAststummel gebildet. Schwanzstummel undExtremitäten sind erkennbar. Punkte markierendie Augen. Das Joch mit seitlich angebundenenStöcken, ist mit Schnüren an das Tier gebunden.Riom, Kanton Graubünden, Schweiz,Inv.Nr. ÖMV/ 38.331
Kühe aus berindeten Nadelholzaststücken. DieHörner werden durch die verbliebenen Aststummeldargestellt. Bei zwei Kühen wurden unterseitigzwei kurze Aststummel als Vorderbeine belassen.Bled, Slowenien, Inv.Nr. ÖMV/ 41.428-430
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Ur- Ethnographie