Die Wiener Schule derVölkerkunde und PaterPaul Schebesta
Der Begründer der sog. WienerKulturkreislehre Pater Wilhelm Schmidt
( 1868-1954), Religionswissenschaftler,Linguist und Ethnologe sowie Mitglieddes Missionsordens Societas Verbi Divini,versuchte dem Evolutionismus seineThese eines Urmonotheismus entgegen-zusetzen. Nach dieser würden die als„ Urvölker" bezeichneten und als ältesteKulturschicht der Menschheit angesehe-nen Bevölkerungen einen Eingottglaubenbesitzen. Als Relikte dieser„ Urkultur",die nach Schmidt durch Monotheismus,Monogamie und Privateigentum gekenn-zeichnet sei, betrachtete er die damalssogenannten„ Zwergvölker", die nochals Jäger und Sammler lebten.
Er ermunterte seine SchülerFeldforschungen bei kleinwüchsigenBevölkerungen durchzuführen und ihmethnographisches Material zu liefern,um seine Thesen zu untermauern. Die-ser Aufforderung kamen Martin Gusinde( 1886-1969) mit seinen Forschungenu.a. bei den Feuerlandindianern Glossar ::: zum Glossareintrag Feuerlandindianern nach,wie auch Paul Schebesta( 1887-1967).Dessen erste Forschungen führten ihn1924 zu den Semang der malaiischenHalbinsel Malakka. Nach Abschluß sei-nes Studiums der Völkerkunde und derÄgyptologie im Jahre 1926, unternahmSchebesta 1929/30 seine erste und inBegleitung von Pater Gusinde 1934/35seine zweite Forschungsreise zu denzentralafrikanischen Mbuti- Pygmäen,in die Ituri- Waldregion des östlichenKongo. 1938/39 schließlich besuchte erdie Philippinen, um dort die Negritos zustudieren und kehrte nochmals 1949/50und 1954/55 in den Kongo zurück.
Barbara Plankensteiner
25 Ur- Ethnographie