Alojz PodolákAktuelle agrarökonomische statistische
Angaben zur Schafhaltung in der Slowakei
Die Slowakei hat für die Schafzucht außerordentlich günstige Voraussetzungen. Geologische Vielfalt, unterschiedlicheSeehöhe und Landschaften zeigen auch auf kleineren Gebietskomplexen wesentliche Unterschiede in Klima und Boden.Zu diesen Voraussetzungen für die Schafhaltung kommen noch ökonomische wie Bevölkerungsdichte, Fremdenverkehr,Ent- und Ansiedlungswellen in Gebirgsgegenden, die Abhängigkeit der Landwirtschaft von den Produkten derSchafhaltung, was alles zu deren schwankender Entwicklung beitrug.
Das Qualitätsniveau der slowakischen Schafhaltung muß man in Zusammenhang mit internationalenEntwicklungstendenzen sowie mit den Entwicklungen in den Nachbarländern sehen. In den Ländern mit hochentwickelterLandwirtschaft zeigt sich, daß bei der Steigerung landwirtschaftlicher Produktion zwischen Schafhaltung einerseits undvor allem Rindviehzucht auf der anderen Seite keine Konkurrenz besteht. Durch die engere oder weitere Spezialisierung beiintensiver Produktion- ohne Rücksicht auf ein- oder mehrseitige Tendenzen- entstehen nämlich unausgenützteReserven, die in der Industrie durch strenge Rationalisierung effektiver genützt werden als in der Landwirtschaft.Die Schafzucht gehört aufgrund der Naturbedingungen zu den ältesten, zahlenmäßig größten, aber auch wichtigstenZweigen der Landwirtschaft in der Slowakei. Trotzdem geriet sie durch verschiedenste Einflüsse in starke konjunkturelleSchwankungen. So wurden im Jahr 1955 beinahe 600.000 Stück Schafe gezüchtet, eine Zahl, die bis 1965 um mehr als100.000 Stück zurückging. In den siebziger Jahren erhöhte sich der Bestand jährlich wieder um 40-60.000 Stück. Im Jahr1989 waren es mehr als 700.000 Stück Schafe. In der Gegenwart geht die Zahl der Schafe in der Slowakeiwieder zurück( Tab. 1).
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