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Ausstellung Volkstümlich Geformtes, Bemaltes, Geschliffenes Glas : Katalog
Entstehung
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lichem Spruchgut in überlieferten Zusammenhängen vor sich gegangen ist.Die Soldatengläser, die Patenweinflaschen zeigen vielleicht am besten, daßman sich funktionelle Zusammenhänge, Einbindung in Glauben und Brauchdarunter vorzustellen hat. Die Patenweinflaschen aus Glas etwa entspre-chen also den Godenschalen in der Majolika, und die Liebes- und Hoch-zeitsmotive auf den Schnapsfläschchen können von den gleichen Werbe-und Paarmotiven der Möbelmalerei nicht getrennt werden.

Selbstverständlich greift der Werkstoff Glas durch die Traditionen sei-ner Formgebung, durch spezielle Zwecksetzungen vielfach über den Um-kreis der anderen Materialien hinaus. All das kann hier nur in Proben an-gedeutet werden, aber es sind doch für die meisten derartigen Gruppentatsächlich Beispiele vorhanden, von den frühen und eigenartigen tiergestal-tigen Branntweinfläschchen bis zu den späten, kunstvoll geschliffenenFreundschaftsbechern, und weiter zu den Karlsbader Sprudelgläsern undden Freimaurerbechern. Selbst Randgebiete wie die umhüllten Gläser, alsodie vor allem im Devotionalbrauch verwendeten Becher mit Wachszug-umhüllung, sind hier noch einbezogen. Ihre religiöse Motivierung leitet jaauch zu den Hinterglasbildern über, die großteils ebenfalls Erinnerungenan Wallfahrten, Mahnungen zur Heiligenverehrung sind oder doch waren.Der große, ungleich gewachsene Bestand ist im Museum behütet undgepflegt worden. Die Inventarisierung im eigentlichen Sinn hat erst späteingesetzt. Für manche Gruppeninventarisierung bin ich wie seit JahrenHerrn Dr. Klaus Beitl zu Dank verpflichtet. Die Restauratoren, Präpara-toren und Aufseher des Hauses haben sich bei der Auswahl und Aufstel-lung wieder verdient gemacht, dem Tischler des Museums ist die Gestal-tung der Vitrinen zu verdanken. Für Transport und Aufstellungshilfe istdie Museumsdirektion wie schon seit Jahren Herrn Geistlichem Rat P. Ber-trand Baumann sehr zu Dank verbunden. Ausstellung und Katalog sinddurch das Museumsreferat des Bundesministeriums für Wissenschaft undForschung gefördert worden.

Leopold Schmidt